- Location
- Konstanzer Str. 55
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
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24 October 2012
- Born
- 26 May 1889 in Glogau (Schlesien) / Głogów
- Deportation
- on 25 August 1942 to Theresienstadt
- Later deported
- on 28 October 1944 to Auschwitz
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Murdered
- in Auschwitz
Kurt Peisach wurde am 26. Mai 1889 in Glogau im Regierungsbezirk Breslau in Schlesien (Głogów, Polen) geboren. Für seine Eltern, den Kaufmann Emanuel Peisach (*21 April 1833) und dessen aus Fulda in Hessen stammende Ehefrau Kathinka geborene Lewison (10. Juni 1850 -10. Januar 1937) war er der jüngere von insgesamt zwei Söhnen. Sein Bruder Lothar (*6. Juni 1888) war ein Jahr älter als er. Seine Eltern hatten am 25. März 1875 in Frankfurt am Main geheiratet.
Kurt wurde wie sein Vater Kaufmann von Beruf. Sein Bruder Lothar studierte Rechtswissenschaften und wurde Rechtsanwalt. Beide Brüder nahmen 1914 am Ersten Weltkrieg teil. Der Vizefeldwebel Lothar Peisach wurde am 16. August 1918 vermisst gemeldet. Kurt erhielt ein Verwundetenabzeichen.
Nach dem Krieg wohnte er zusammen mit seinem Bruder in der Konstanzer Straße 12a, wo sein Bruder anfangs auch seine Kanzlei führte.
Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 an die Macht kam, war Kurt 43 Jahre alt. Sein Bruder, der 44-jährige Lothar, heiratete am 4. Februar 1933 die 36-jährige Frieda Margarete Wichert (*20. September 1896). Kurt war als Trauzeuge anwesend. Ab März 1933 wurden jüdische Juristen schikaniert und misshandelt. Am 1. April 1933 rief die NSDAP zu einem reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte auf. Am 7. April 1933 verabschiedete die nationalsozialistische Reichsregierung das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums". Damit leitete das Regime die systematische Ausgrenzung von Juden sowie politischen Gegnern ein. Es führte zur massenhaften Entlassung von Beamten, Richtern, Professoren, Lehrern und Ärzten. Zunächst gab es Ausnahmen für jüdische Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs wie Lothar und Kurt Pesach. In den Folgejahren wurden die Ausnahmen schrittweise aufgehoben. Lothar zog mit seiner Ehefrau in die Düsseldorfer Straße 56. Seine Kanzlei befand sich damals in der Bayreuther Straße 35 in Berlin-Schöneberg.
Am 10. Januar 1937 starb die Mutter Kathinka mit 86 Jahren in der Meineckestraße 6 in Berlin-Charlottenburg. Kurt zog am 1. März 1937 alleine in eine 5 ½ Zimmer-Parterrewohnung in der Konstanzer Str. 55 links. Das Haus gehörte Levy Heller aus Warschau und wurde 1939 von der Treuhandanstalt Ost beschlagnahmt.
Seit ca. 1940 musste Kurt Zwangsarbeit im Siemens Schuckert Kabelwerk in Gartenfeld/Spandau leisten. Er bekam einen Stundenlohn von 70 Pfennig, davon konnte er die Miete in Höhe von 150 RM nicht bestreiten. Er musste Untermieter aufnehmen, sodass ihm selbst nur ein Zimmer blieb.
Am 4. Februar 1941 gelang seinem Bruder Lothar und dessen Ehefrau die Emigration in die USA. Ob auch Kurt einen Ausreiseantrag gestellt hatte, ist nicht bekannt. Im Oktober 1941 wurde die Ausreise für Juden aus Deutschland verboten. Anfang August 1942 bekam der 53-jährige Kurt Peisach den Deportationsbefehl. Am 16. August 1942 unterschrieb er seine Vermögenserklärung. Als jüdischen Kriegsteilnehmer mit Verwundetenabzeichen deportierte die Gestapo ihn am 25. August 1942 in das Ghetto Theresienstadt. Trotz der unmenschlichen Lebensbedingungen überlebte Kurt dort mehr als zwei Jahre. Mit dem letzten Transport von Theresienstadt wurde er am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz gebracht. Vermutlich wurde er kurz nach der Ankunft in Auschwitz-Birkenau in einer Gaskammer ermordet. Kurt Peisach starb mit 55 Jahren.
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