- Location
- Konstanzer Str. 55
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
-
24 October 2012
- Born
- 19 March 1885 in Gnesen (Posen) / Gniezno
- Deportation
- on 12 January 1943 to Auschwitz
-
Murdered
- in Auschwitz
Frieda Prinz wurde als Frieda Waldow (manchmal auch Waldo) am 19. März 1885 in Gnesen in Pommern (Gniezno, Polen) geboren. Für ihre Eltern, den aus Filehne im Kreis Bromberg (Wieleń, Polen) gebürtigen Kaufmann Getzel Waldow (*14. Dezember 1853) und dessen Ehefrau Jeanette, genannt Jenny, geborene Michael (*8. Dezember 1855), war sie das dritte von insgesamt vier Kindern. Georg (*20. Dezember 1882) war zwei Jahre älter als sie. Berthold (1883-1884) starb schon als Kleinkind. Arthur (*26. März 1888) kam drei Jahre nach ihr auf die Welt.
Die Familie zog in die Friedbergstraße 34 in Charlottenburg in der Nähe von Berlin. Im November 1907 bestellte Frieda mit ihrem Verlobten Isidor Simon das Aufgebot für die Hochzeit. Beide erschienen nicht zum Termin. Als Frieda 24 Jahre alt war, heiratete sie am 9. August 1909 den zwanzig Jahre älteren, aus Kempen (Kępno, Polen) etwa 80 km nordöstlich von Breslau stammenden Kaufmann Michael Selig Prinz (*28. Februar 1865). Sie wurden Eltern der Tochter Erika (*19. April 1913) und am 21. Februar 1918 Eltern eines Jungen, der tot geboren wurde. Damals wohnten sie in der Wilmersdorfer Straße 95 in Charlottenburg.
Friedas Vater starb mit 68 Jahren am 5. Oktober 1922 in Berlin. Ihre Mutter wurde mit 66 Jahren Witwe. Am 11. Juli 1923 wurde die Ehe zwischen Michael und Frieda geschieden.
Frieda blieb weiterhin mit der damals 10-jährigen Erika in der Wilmersdorfer Straße 95 wohnen.
Ihr älterer Bruder Georg heiratete am 19. Mai 1926 die nicht-jüdische Marie Geisheimer (*23. Juni 1889). Sie wurden Eltern von zwei Töchtern, Ruth (*15. Oktober 1927) und Rosemarie (*4. August 1931).
Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 an die Macht kamen, war Frieda 48 Jahre alt. Zusammen mit ihrem jüngsten Bruder Arthur besaß sie ein Mietshaus in der Straßburger Straße 43 in Berlin-Prenzlauer Berg, welches die beiden 1934 aus der Not heraus für einen geringen Preis verkaufen mussten. 1936 zog Frieda mit ihrer Tochter Erika in die Sybelstraße 61 und danach in die Eisenzahnstraße 63 um. Am 7. Dezember 1937 starb ihr geschiedener Ehemann, der Vater ihrer Tochter Erika, in Berlin-Charlottenburg.
Bei der Minderheiten-Volkszählung am 17. Mai 1938 waren die 54-jährige Frieda und die 26-jährige Erika in der Konstanzer Straße 55 gemeldet. Erika gelang noch 1939 die Flucht nach Großbritannien, wo sie als Haushaltshilfe arbeitete. Vermutlich wohnte Frieda bis einschließlich März 1942 in der Konstanzer Straße 55 zur Untermiete, denn im Berliner Adressbuch war sie nicht aufgeführt. Seit April 1942 wohnte sie einem teilmöblierten Zimmer zur Untermiete bei Martin Cohn in der Fürther Straße 3 in Berlin-Lichtenrade.
Ihr Bruder Arthur (*26. März 1888), der zuletzt in der Kantstraße 55 wohnte, wurde am 13. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet.
Da auch sie jeden Tag mit der Deportation rechnete, erteilte sie ihrer Tochter Erika die Vollmacht für ihr Konto bei der Deutschen Bank. Anfang Dezember bekam sie schließlich den Deportationsbefehl. Am 21. Dezember 1942 unterschrieb sie ihre Vermögenserklärung im Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26, wo sie noch bis zum 12. Januar 1943 interniert wurde. Mit dem 26. Osttransport am 12. Januar 1943 deportierte die Gestapo 1190 Personen, darunter Frieda Prinz, nach Auschwitz, wo sie vermutlich kurz nach ihrer Ankunft in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Frieda Prinz geborene Waldow starb mit 57 Jahren.
Ihr älterer Bruder Georg, der zum Zeitpunkt der „Minderheiten-Volkszählung“ in der Holsteinischen Straße 9 in Berlin-Wilmersdorf wohnte, war eigentlich durch seine „privilegierte Mischehe“ mit einer Nicht-Jüdin vor der Deportation in den Osten geschützt. Er wurde aber in dem Arbeitserziehungslager Großbeeren interniert und starb dort aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen am 6. Dezember 1943.
Friedas Tochter Erika Prinz überlebte den Holocaust in Großbritannien und ging als Schneiderin 1948 in die USA. Von dort stellte sie mehrere Anträge beim Wiedergutmachungsamt.
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