Dr. Friedrich Ludwig Epstein

Verlegeort
Argentinische Allee 20
Historischer Name
Grunewaldallee
Bezirk/Ortsteil
Zehlendorf
Verlegedatum
14. November 2015
Geboren
27. Januar 1882
Beruf
Chemiker
Flucht
1934 Frankreich
Verhaftet
in Drancy / Frankreich
Deportation
am 17. Dezember 1943 nach Auschwitz
Ermordet
22. Dezember 1943 in Auschwitz
  • Von OTFW, Berlin - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45001337
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Friedrich Epstein wurde am 27. Januar 1882 als Sohn des Fabrikbesitzers Joseph Epstein und dessen Frau Marie Friedenthal in Breslau geboren.
Seit 1927 wohnte Friedrich Epstein mit seiner Schwägerin Elsbeth Luise Epstein und deren Tochter Annemarie in der Grunewaldallee 20 in Berlin-Zehlendorf, der heutigen Argentinischen Allee. Friedrich Epsteins Bruder, der Architekt Walter Epstein, hatte das Haus Waltz am Waldsee 1906/1907 für die Familie entworfen.
Friedrich Epstein legte das Abitur ab und studierte Chemie in München, Lausanne, Berlin und Heidelberg.
Mit einer Dissertation "Die Geschwindigkeit der chemischen Selbsterhitzung. Adiabatische Reaktionskinetik" promovierte Epstein im Oktober 1905 in Heidelberg.
Er wurde Assistent bei Fritz Haber in Karlsruhe und ging 1914 an die Technische Hochschule nach Prag, die er kurz darauf verließ um als Soldat am ersten Wetkrieg teiltunehmen.
Schon im September wurde er schwer verletzt und aus dem Militärdienst entlassen.
Er ging zurück zu Fritz Haber ans Kaiser-Wilhelm-Institut und blieb dort bis 1933.
Nach dem Erlass des sogenannten „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ 1933 verlor Epstein, der zur evangelischen Kirche konvertiert war, auf Grund des Frontkämpferprivilegs trotz seiner Herkunft nicht sofort seine Stellung, schied aber „freiwillig“ aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut aus. 1934 emigrierte er nach Frankreich.
Bis 1940 lebte er in einem kleinen Hotel in Paris. Dort traf er bei der Familie Levy Else Weil wieder, die er bereits aus Berlin kannte und verehrt hatte. Im September 1939 wurden Friedrich Epstein und Else Weil, die erste Ehefrau Kurt Tucholskys, als Staatenlose von der französischen Regierung erstmals kurzfristig interniert, jedoch nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Nach dem
Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 flohen beide in unbesetztes Gebiet.
Friedrich Epstein wurde im Süden Frankreichs, in Saint-Cyr-sur-Mer, von seiner Nichte Annemarie Meier-Graefe, Frau des Julius Meier-Graefe, aufgenommen.
Ende Mai 1940 folgte die zweite Internierung im Lager von Les Milles. Als Annemarie Meier-Graefe im Frühjahr 1941 in die USA emigrierte, überließ sie Friedrich Epstein und Else Weil ihr Haus La Banette in Saint-Cyr-Sur-Mer. Wenige Monate später lebten beide in Salernes
zwischen Aix-en-Provence und Cannes. Dort standen sie unter polizeilicher Aufsicht (résidence forcée).
Briefen zufolge planten sie ihre Heirat sowie eine gemeinsame Flucht in die Vereinigten Staaten. Die Nichte Annemarie Meier-Graefe schrieb später: seine Begegnung mit Pimbusch (der Spitzname Else Weils) zählte zu den schönsten Perioden in seinem Leben – kurz bevor er starb. Als Else Weil im August 1942 in das Internierungslager Les Milles deportiert wurde, versuchten Epstein und die Familie Levy verzweifelt sie zu retten, jedoch ohne Erfolg.
Bis Ende Mai 1943 lebte Epstein im Hotel Allégre in Salernes, danach wieder in einem Hotel in Paris.
Am 17. Dezember 1943 wurde Epstein mit dem Transport No. 63 vom Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich ermordet.
Der 22. Dezember 1943 wurde von der Stadt Salernes als sein Sterbedatum festgelegt.

Friedrich Epstein wurde am 27. Januar 1882 als Sohn des Fabrikbesitzers Joseph Epstein und dessen Frau Marie, geborene Friedenthal, in Breslau geboren. Nach dem Abitur studierte er Chemie in München, Lausanne, Berlin und Heidelberg.
Mit seiner Dissertation „Die Geschwindigkeit der chemischen Selbsterhitzung. Adiabatische Reaktionskinetik“ promovierte Epstein im Oktober 1905 in Heidelberg.
Er wurde Assistent beim späteren Nobelpreisträger Fritz Haber in Karlsruhe. 1914 ging er an die Technische Hochschule nach Prag, die er kurz darauf verließ, um als Soldat am Ersten Weltkrieg teilzunehmen.
Schon im September, wenige Monate nach Kriegsbeginn, wurde er schwer verletzt und aus dem Militärdienst entlassen.
Er ging zurück zu Fritz Haber ans Kaiser-Wilhelm-Institut nach Berlin (heute Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft) und blieb dort bis 1933.

Seit 1927 wohnte Friedrich Epstein mit seiner Schwägerin Elsbeth Luise Epstein und deren Tochter Annemarie in der Grunewaldallee 20 in Berlin-Zehlendorf, der heutigen Argentinischen Allee. Friedrich Epsteins Bruder, der Architekt Walter Epstein, hatte das Haus Waltz am Waldsee 1906/1907 für die Familie entworfen.
Nach dem Erlass des sogenannten „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ 1933 verlor Epstein, der zur evangelischen Kirche konvertiert war, auf Grund des „Frontkämpferprivilegs“ trotz seiner jüdischen Herkunft nicht sofort seine Stellung, schied aber „freiwillig“ aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut aus. 1934 emigrierte er nach Frankreich.
Bis 1940 lebte er in einem kleinen Hotel in Paris. Dort traf er bei der Familie Levy Else Weil wieder, die er bereits aus Berlin kannte und verehrt hatte. Im September 1939 wurden Friedrich Epstein und Else Weil, die erste Ehefrau Kurt Tucholskys, als Staatenlose von der französischen Regierung erstmals kurzfristig interniert, jedoch nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Nach dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 flohen beide in unbesetztes Gebiet.
Friedrich Epstein wurde im Süden Frankreichs, in Saint-Cyr-sur-Mer, von seiner Nichte Annemarie Meier-Graefe, Frau des Julius Meier-Graefe, aufgenommen.
Ende Mai 1940 folgte die zweite Internierung im Lager von Les Milles. Als Annemarie Meier-Graefe im Frühjahr 1941 in die USA emigrierte, überließ sie Friedrich Epstein und Else Weil ihr Haus La Banette in Saint-Cyr-sur-Mer. Wenige Monate später lebten beide in Salernes zwischen Aix-en-Provence und Cannes. Dort standen sie unter polizeilicher Aufsicht (résidence forcée).
Briefen zufolge planten sie ihre Heirat sowie eine gemeinsame Flucht in die Vereinigten Staaten. Die Nichte Annemarie Meier-Graefe schrieb später, dass seine Begegnung mit Pimbusch (der Spitzname Else Weils) zu den schönsten Perioden in seinem Leben gezählt habe – kurz bevor er starb. Als Else Weil im August 1942 in das Internierungslager Les Milles deportiert wurde, versuchten Epstein und die Familie Levy verzweifelt sie zu retten, jedoch ohne Erfolg.
Bis Ende Mai 1943 lebte Epstein im Hotel Allégre in Salernes, danach wieder in einem Hotel in Paris.
Am 17. Dezember 1943 wurde Friedrich Epstein mit dem Transport No. 63 vom Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich ermordet.
Der 22. Dezember 1943 wurde von der Stadt Salernes als sein Sterbedatum festgelegt.