Rudolf Hopp

Verlegeort
Badstraße 64
Bezirk/Ortsteil
Gesundbrunnen
Verlegedatum
2003
Geboren
08. Dezember 1914
Deportation
am 19. Oktober 1942 nach Riga
Ermordet
im Ghetto Riga
  • Stolperstein Rudolf Hopp © OTFW
    Stolperstein Rudolf Hopp © OTFW

    Stolperstein Rudolf Hopp © OTFW

Rudolf Hopp wurde am 8. Dezember 1914 in Berlin geboren. Er war der Sohn des Möbelhändlers Alfons Hopp und seiner Frau Frieda, geb. Moses. Rudolfs Vater (*1878) stammte aus Schrimm an der Warthe (dem heutigen Śrem); seine Mutter (*1886) aus der Kleinstadt Reetz (dem heutigen Recz). Seine Eltern hatten im Januar 1914 in Schöneberg geheiratet. Die Wohnung der Familie lag in der Potsdamer Straße 82, in der Nähe des Heinrich-von-Kleist-Parks. Leider haben sich keine weiteren Informationen über das Elternhaus, die Kindheit und Jugend von Rudolf Hopp im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit und der Weimarer Republik erhalten. Es ist auch nicht bekannt, ob er noch Geschwister hatte oder das einzige Kind von Alfons und Frieda Hopp blieb. Seine Eltern gehörten aber aller Wahrscheinlichkeit nach zur jüdischen Gemeinde Berlins.<br />
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Nach seinem Schulabschluss absolvierte Rudolf Hopp eine handwerkliche Ausbildung und war in Berlin als Tischler tätig. Bis zu seiner Hochzeit im Jahr 1940 lebte er in der elterlichen Wohnung, die mit der Neunummerierung der Potsdamer Straße im Jahr 1937 die Hausnummer 179 erhielt. Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 – beziehungsweise aller Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen im NS-Staat als Juden galten – begannen auch staatliche Zwangsmaßnahmen gegen Rudolf Hopp und seine Familie. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben. Seit 1933 war das Möbelgeschäft von Rudolfs Vater zudem von den antisemitischen Kampagnen und Boykotten betroffen, die ihren sichtbarsten Ausdruck in den Pogromen im Mai und November 1938 in Berlin erfuhren. In den 1930er-Jahren muss Rudolf die aus Herrnstadt (Wąsosz) stammende Maschinenarbeiterin Ruth Henriette Ehmann kennengelernt haben. Ruth, 1920 geboren, war das jüngste von sechs Kindern des Kaufmanns Siegfried Ehmann (1874–1926) und seiner Frau Emma, geb. Steinberg (1881–1938). Am 19. September 1938 bekamen Rudolf und Ruth Henriette einen Sohn, dem sie den Namen René gaben. Im Januar 1940 heirateten die beiden im Standesamt Mitte und nahmen sich eine gemeinsame Wohnung in der Badstraße 64, wo sie zur Untermiete bei Bernhard Barkowski lebten. Am 20. Oktober 1940 kam ihr zweiter Sohn, Joel Abel, zur Welt. Spätestens Anfang der 1940er-Jahre wurden Rudolf und Ruth Hopp zu Zwangsarbeit herangezogen: Rudolf musste als Tischler in der Möbel- und Kunsttischlerei Otto Gleichmar in der Zossenerstraße 41 in Kreuzberg arbeiten; Ruth war zwangsweise als „Reinemachefrau“ im Goerzwerk von Zeiss Ikon in Zehlendorf eingesetzt. Das Leben war für die Familie im Berlin der 1940er-Jahre zum Existenzkampf geworden. Um nur eine der vielen einschneidenden Maßnahmen zu nennen, konnten sie sich mit der Polizeiverordnung vom 1. September 1941 „über die Kennzeichnung der Juden“ nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.<br />
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Der Entrechtung folgte die Deportation: Am 1. Oktober 1941 hatte die Gestapo die Jüdischen Gemeinde Berlins informiert, dass die „Umsiedlung“ der Berliner Juden beginnen würde. Die Eheleute Hopp wurden im Herbst 1942 in Berlin verhaftet und zusammen mit ihren beiden Söhnen in eines der Berliner Sammellager verschleppt. Von dort aus wurden sie zusammen mit Rudolfs 56-jähriger Mutter am 19. Oktober 1942 über den Güterbahnhof Putlitzstraße mit dem „21. Osttransport“ in das Ghetto Riga deportiert. Zum Zeitpunkt der Deportation waren Rudolf und seine Ehefrau 28 und 22 Jahre alt, ihr Sohn René war vier, der kleine Joel Abel wurde zwei, während der Zug sich dem Ghetto näherte. Drei Tage nach Abfahrt, am 22. Oktober 1942, erreichte der Transport das Ghetto Riga. Unmittelbar nach Ankunft in Riga wurde die überwiegende Mehrheit der 959 Deportierten, darunter alle Frauen und Kinder, in die umliegenden Wälder geführt und dort an Gruben erschossen. 81 Männer mit handwerklichen Berufen wurden für Zwangsarbeit in Arbeitskommandos selektiert. Es ist nicht bekannt, ob Rudolf Hopp zu diesen zählte, in jedem Fall gehörte keines der fünf Familienmitglieder zu den wenigen Überlebenden von Riga.

Rudolf Hopp wurde am 8. Dezember 1914 in Berlin geboren. Er war der Sohn des Möbelhändlers Alfons Hopp und seiner Frau Frieda, geb. Moses. Rudolfs Vater (*1878) stammte aus Schrimm an der Warthe (dem heutigen Śrem); seine Mutter (*1886) aus der Kleinstadt Reetz (dem heutigen Recz). Seine Eltern hatten im Januar 1914 in Schöneberg geheiratet. Die Wohnung der Familie lag in der Potsdamer Straße 82, in der Nähe des Heinrich-von-Kleist-Parks. Leider haben sich keine weiteren Informationen über das Elternhaus, die Kindheit und Jugend von Rudolf Hopp im Berlin der ausgehenden Kaiserzeit und der Weimarer Republik erhalten. Es ist auch nicht bekannt, ob er noch Geschwister hatte oder das einzige Kind von Alfons und Frieda Hopp blieb. Seine Eltern gehörten aber aller Wahrscheinlichkeit nach zur jüdischen Gemeinde Berlins.

Nach seinem Schulabschluss absolvierte Rudolf Hopp eine handwerkliche Ausbildung und war in Berlin als Tischler tätig. Bis zu seiner Hochzeit im Jahr 1940 lebte er in der elterlichen Wohnung, die mit der Neunummerierung der Potsdamer Straße im Jahr 1937 die Hausnummer 179 erhielt. Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 – beziehungsweise aller Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen im NS-Staat als Juden galten – begannen auch staatliche Zwangsmaßnahmen gegen Rudolf Hopp und seine Familie. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der Diskriminierung und sozialen Ausgrenzung, des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte sowie der Verdrängung aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben. Seit 1933 war das Möbelgeschäft von Rudolfs Vater zudem von den antisemitischen Kampagnen und Boykotten betroffen, die ihren sichtbarsten Ausdruck in den Pogromen im Mai und November 1938 in Berlin erfuhren. In den 1930er-Jahren muss Rudolf die aus Herrnstadt (Wąsosz) stammende Maschinenarbeiterin Ruth Henriette Ehmann kennengelernt haben. Ruth, 1920 geboren, war das jüngste von sechs Kindern des Kaufmanns Siegfried Ehmann (1874–1926) und seiner Frau Emma, geb. Steinberg (1881–1938). Am 19. September 1938 bekamen Rudolf und Ruth Henriette einen Sohn, dem sie den Namen René gaben. Im Januar 1940 heirateten die beiden im Standesamt Mitte und nahmen sich eine gemeinsame Wohnung in der Badstraße 64, wo sie zur Untermiete bei Bernhard Barkowski lebten. Am 20. Oktober 1940 kam ihr zweiter Sohn, Joel Abel, zur Welt. Spätestens Anfang der 1940er-Jahre wurden Rudolf und Ruth Hopp zu Zwangsarbeit herangezogen: Rudolf musste als Tischler in der Möbel- und Kunsttischlerei Otto Gleichmar in der Zossenerstraße 41 in Kreuzberg arbeiten; Ruth war zwangsweise als „Reinemachefrau“ im Goerzwerk von Zeiss Ikon in Zehlendorf eingesetzt. Das Leben war für die Familie im Berlin der 1940er-Jahre zum Existenzkampf geworden. Um nur eine der vielen einschneidenden Maßnahmen zu nennen, konnten sie sich mit der Polizeiverordnung vom 1. September 1941 „über die Kennzeichnung der Juden“ nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen.

Der Entrechtung folgte die Deportation: Am 1. Oktober 1941 hatte die Gestapo die Jüdischen Gemeinde Berlins informiert, dass die „Umsiedlung“ der Berliner Juden beginnen würde. Die Eheleute Hopp wurden im Herbst 1942 in Berlin verhaftet und zusammen mit ihren beiden Söhnen in eines der Berliner Sammellager verschleppt. Von dort aus wurden sie zusammen mit Rudolfs 56-jähriger Mutter am 19. Oktober 1942 über den Güterbahnhof Putlitzstraße mit dem „21. Osttransport“ in das Ghetto Riga deportiert. Zum Zeitpunkt der Deportation waren Rudolf und seine Ehefrau 28 und 22 Jahre alt, ihr Sohn René war vier, der kleine Joel Abel wurde zwei, während der Zug sich dem Ghetto näherte. Drei Tage nach Abfahrt, am 22. Oktober 1942, erreichte der Transport das Ghetto Riga. Unmittelbar nach Ankunft in Riga wurde die überwiegende Mehrheit der 959 Deportierten, darunter alle Frauen und Kinder, in die umliegenden Wälder geführt und dort an Gruben erschossen. 81 Männer mit handwerklichen Berufen wurden für Zwangsarbeit in Arbeitskommandos selektiert. Es ist nicht bekannt, ob Rudolf Hopp zu diesen zählte, in jedem Fall gehörte keines der fünf Familienmitglieder zu den wenigen Überlebenden von Riga.