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Elly Rothschild (geb. Lipowetzky)

Stolperstein für Elly Rothschild; Foto: OTFW
VERLEGEORT
Bleibtreustraße 17

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
14.04.2015

GEBOREN
12.02.1912 in Berlin
DEPORTATION
am 02.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Elly Rothschild wurde als Elly Jary Lipowetzky (oft auch Lipovetzky geschrieben) am 12. Februar 1912 in Berlin geboren als zweites Kind von Michael Lipowetzky und seiner Frau Rose, geb. Goldenberg. Das Ehepaar kam kurz vor Ellys Geburt von Wien nach Berlin. In Wien hatten sie 1907 geheiratet, 1908 war Ellys ältere Schwester Sylvia dort zur Welt gekommen. Michael Lipowetzky war Kaufmann, er zog kurz nach Ellys Geburt von der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Straße in die Schöneberger Kufsteiner Straße 4. Er starb, als Elly 12 Jahre alt war, am 26. September 1919. Seine Witwe blieb mit den Kindern in der Kufsteiner Straße, zunächst als „Privatiere“, ihr Mann hatte wohl Rücklagen zurückgelassen. Nach einigen Jahren hatte sie offenbar ein selbständiges Geschäft, da sie im Adressbuch als „Kauffrau“ und „Geschäftsinhaberin“ eingetragen war. Ab 1927 nahm sie eine Stellung als „Aufsichtsdame“ an in dem Konfektionsgeschäft Siegbert Levy, in der Potsdamer Straße 6. Elly lernte Schneiderin, 1931 machte sie die Gesellenprüfung in einer Schneiderei in der Innsbrucker Straße. Danach machte sie sich selbständig mit einem eigenen Modeatelier, das sie in der mütterlichen Wohnung einrichtete. Sie beschäftigte noch eine weitere Schneiderin.

1935 – die Nationalsozialisten waren schon zwei Jahre an der Macht – emigrierte Ellys Schwester Sylvia in die USA. Vielleicht war dies der Anlass für Rose, mit Elly an den Kurfürstendamm 66 zu ziehen. Dort richtete sich Elly wieder ihr Modeatelier ein, von Kundinnen als „eleganter Salon“ bezeichnet. Laut ihrer Mutter hatte sie auch christliche Kundinnen, die, trotz der zunehmenden Judenfeindlichkeit, „ihr die Treue hielten und bis Ende 1936 noch bei Dunkelheit kamen“. 1937 musste die Firma Siegbert Levy Rose Lipovetzky entlassen, vermutlich wurde das Unternehmen „arisiert“. Mutter und Tochter mussten fortan von Ellys Einkommen leben. Dieses ging allerdings empfindlich zurück aufgrund von antisemitischen Einstellungen und diskriminierenden Verordnungen. 1938 heiratete Elly Erwin Rothschild und wohnte zunächst mit ihm in der mütterlichen Wohnung.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Micaela Haas

Weitere Quellen

Stadtarchiv Wiesbaden; Stadtarchiv Hildesheim; zu Lucie Rothschild: www.stolpersteine-hamburg.de/index.... und Auskünfte von Ingo Wille;