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Erich Waldbaum

Stolpersteine für Kurt, Hans und Erich Waldbaum sowie Siegfried Katzki. Copyright: MTS
VERLEGEORT
Akazienstr. 3

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
29.10.2010

GEBOREN
02.11.1899 in Neumünster
BERUF
Kaufmann
DEPORTATION
am 03.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Erich Waldbaum wurde am 2. November 1899 im schleswig-holsteinischen Neumünster geboren. Seine Brüder kamen 1891 (Kurt) und 1892 (Hans) zur Welt. Die Familie zog um die Jahrhundertwende nach Berlin, wo 1905 noch die Schwester Charlotte geboren wurde. Erich Waldbaum war ein äußerst erfolgreicher Kaufmann. Deshalb unterstützte er auch seine Schwester Charlotte mit ihrem 1933 geborenen Sohn nach deren Scheidung 1937, 1939 lebte er mit ihnen in einer großen Wohnung in der Kleiststraße 36. Seit wann er mit den älteren Brüdern Kurt und Hans – wie er ledig – in der Akazienstraße 3 wohnte, ist nicht bekannt, wahrscheinlich seit 1940/41. Zum Zwangsarbeitseinsatz war er ab 1940 bei der Firma Rudolf & Pietsch in der Lützowstraße 38 verpflichtet. Die letzte Wohnadresse vor der Deportation war Kleiststraße 36 bei Hoffmann.

Im Rahmen der „Fabrik-Aktion“ wurden Erich Waldbaum, seine Mutter Meta und seine Geschwister am 27. Februar 1943 verhaftet. Mit einem Transport mit 1.750 jüdischen Menschen – 632 Männer, 1.118 Frauen und Kinder – wurde Erich Waldbaum als erster der Brüder am 3. März 1943 mit dem „33. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Nach der Selektion in Birkenau wurden 517 Männer und 200 Frauen aus diesem Transport zum Arbeitseinsatz eingewiesen; 1.033 Menschen, unter ihnen wahrscheinlich auch Erich Waldbaum, wurden sofort in den Gaskammern ermordet. Der Leiter des Arbeitseinsatzes monierte daraufhin gegenüber der SS-Verwaltung, bei künftigen Transporten für mehr Arbeitsfähige zu sorgen, da diese in der Kautschuk-Produktion in Buna benötigt würden. Auch seine Brüder Hans und Kurt kamen in Auschwitz um. Die Mutter Meta, geb. Behrendt, überlebte Theresienstadt und die Schwester 15 Monate im Untergrund und dann das KZ Ravensbrück.

Nach dem Tod der Mutter 1952 im Jüdischen Krankenhaus stellte Charlotte Hoffmann als Alleinerbin erfolgreich Wiedergutmachungsanträge in Bezug auf das Eigentum ihrer Brüder. 1965 und 1966 sagte sie als Zeugin gegen Otto Bovensiepen, den Berliner Gestapoleiter 1941/42, zu den Judentransporten und den jüdischen Sammellagern in Berlin aus.

Der Stolperstein wurde auf Initiative der Hausgemeinschaft am 29. Oktober 2010 verlegt.


Biografische Zusammenstellung

Christl Wickert