Gittel Link kam am 4. Juli 1941 im Jüdischen Krankenhaus Wedding als Tochter des Angestellten Siegfried Link und dessen Ehefrau Edith, geborene Pinkus, zur Welt.
Die Familie wohnte im Verwaltungsgebäude auf dem Jüdischen Friedhof mit der Anschrift Lothringenstr. 22 in Berlin-Weißensee.
Unter dieser Anschrift waren Gittels Eltern und ihre Großeltern Alfred und Selma Pinkus sowie auch das Ehepaar Joseph und Regina Rosenthal in den Zusatzfragebögen der am 17. Mai 1939 erfolgten Volkszählung erfasst.
Das Berliner Adressbuch von 1941 nennt unter der genannten Adresse Siegfried Link als Angestellten, Alfred Pinkus als Friedhofsaufseher und Joseph Rosenthal als Obergärtner.
Im Oktober desselben Jahres begannen die Nazis mit der systematischen Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Berlins.
Am 12.03.1943 wurden alle Bewohner der Lothringenstr. 22 mit dem „36. Osttransport“ ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Bereits fünf Monate zuvor waren die Großeltern väterlicherseits, Simon und Malwine Link, ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden.
Von den sieben Menschen im Alter von 20 Monaten bis 64 Jahren – Gittel, Edith und Siegfried Link, Alfred und Selma Pinkus sowie Joseph und Regina Rosenthal – wurde nur der 36-jährige Siegfried auf der Rampe von Auschwitz als arbeitsfähig selektiert.
Alle anderen wurden vermutlich noch am Tag ihrer Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.
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