Martha Königsberger wurde am 13. Mai 1878 in Berlin geboren. Ihre Eltern, Regine und Leib (Louis) Königsberger, hatten außer ihr noch zwei Töchter: Margarethe (*30.8.1874) und Helene (*27.8.1875).
Die Mutter, Regine Königsberger, war 1852 in Posen geboren worden, wo sie in einer großen Familie mit vielen Geschwistern aufgewachsen war. Die Familie besaß dort ein angesehenes Möbelgeschäft. Der Familienzusammenhalt war groß und an den Freitagabenden feierte die jüdisch-orthodoxe Familie den Schabbat im großen Kreis. Ein Teil der Familie siedelte zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Berlin um, darunter auch Regine. Ihr Name erscheint 1885 erstmals im Berliner Adressbuch unter der Adresse An der Spandauer Brücke 9 in der damaligen Spandauer Vorstadt. Die Königsberger – Regine mit ihren drei Töchtern, dem Bruder Max und später mit Regines nächstjüngerem Bruder Ferdinand (*9.5.1855 in Posen) – zogen allerdings mehrmals in Berlin um: Lüneburger Straße 11, Neue Königsstraße 34, die Brückenallee 11 und 8, und ab 1904 unter Calvinstraße 26 in Moabit. Hier lebte sie mit ihrem Bruder Ferdinand auf derselben Etage unter derselben Telefonnummer. Ihr Bruder ist als „Vertr. auswärt. Häuser“ eingetragen.
Am 6. Oktober 1909 starb Regine Königsberger, ihre Töchter Helene und Martha lebten fortan alleine weiter in der Calvinstraße 26. Die älteste Schwester, Margarethe, hatte am 29. Oktober 1896 Meyer (Mayer) Mendel geheiratet und einen Sohn bekommen – Arthur, der am 29. August 1898 geboren wurde. Die Ehe wurde allerdings 1903 geschieden und 1915 erlitt Margarethe einen frühen Tod. Ob Arthur bereits nach dem Tod seiner Mutter bei seinen beiden Tanten Helene und Martha lebte wohnte, ist nicht bekannt, zum Zeitpunkt der Volkszählung 1939 war er jedoch bei ihnen gemeldet. Martha blieb, wie auch ihre Schwester Helene, unverheiratet.
Martha Königsberger wurde zusammen mit Helene am 26. August 1942 nach Theresienstadt deportiert (50. Alterstransport 1/52). Helene starb dort nur drei Monate später, am 25. November 1942. Martha überlebte noch fast zwei Jahre das Martyrium in Theresienstadt. Am 16. Mai 1944 wurde sie von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
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