Jenny Durst

Verlegeort
Rückerstr. 7
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2011
Geboren
25. Februar 1926
Deportation
nach Auschwitz
Ermordet
  • Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst
    Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Jenny Durst wurde am 25. Februar 1926 in Berlin geboren. Sie war das dritte der vier Kinder von Esther (geb. Glatt) und Moshe Durst, die beide polnische Staatsangehörige waren. Mit ihren beiden älteren Schwestern Channe und Jenny und ihrem fünf Jahre jüngeren Bruder Nathan wuchs sie in Berlin-Mitte auf. Wie ihre Geschwister besuchte Jenny die Privatschule der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel im Siegmundshof 11. <br />
Anfangs wohnte die Familie in der Linienstraße 97, dann in der Kleinen Rosenthaler Straße 10 und schließlich in der Rückerstraße 6 (heute Hausnummer 7). In der Mietswohnung im ersten Stock teilte sich Jenny eines der vier Zimmer mit ihren Geschwistern. Ihr Vater betrieb in der Wohnung einen Großhandel für Stoffe und Schneiderbedarf. Bereits Anfang 1935 war er aufgrund des antisemitischen Boykotts zur Geschäftsaufgabe gezwungen. <br />
Die Familie wollte in die USA fliehen, doch der Plan scheiterte. Ende Oktober 1938 wurde Jennys Vater im Zuge der sogenannten Polenaktion abgeschoben und im Grenzort Zbąszyń (Bentschen) interniert. Wenig später flohen Jennys älteste Schwester Channe und der erst knapp achtjährige Nathan in die Niederlande. Jenny, die damals zwölf war, und ihre 16-jährige Schwester Fanny wollten ihren Geschwistern folgen, wurden aber an der Grenze gestellt und zurückgeschickt.<br />
Einige Monate später – im Frühjahr oder Sommer 1939 – wurde Jenny zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter nach Polen ausgewiesen. Im Sammellager in Zbąszyń trafen sie ihren Vater wieder. Nach Kriegsbeginn wurde Jenny mit ihrer Mutter ins Ghetto Tarnów verschleppt. Ihr Vater und ihre Schwester wurden vorübergehend im Ghetto Litzmannstadt (Łódź) festgehalten, bevor sie schließlich ebenfalls nach Tarnów kamen. Ein letztes Lebenszeichen, das Jennys Geschwister in Amsterdam erreichte, war ein Brief aus Tarnów vom Juni 1942.<br />
Jenny, ihre Schwester Fanny und ihre Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Ihre Geschwister Channe und Nathan überlebten versteckt in den Niederlanden. Beide gingen später nach Israel, wo Nathan klinischer Direktor des psychosozialen Zentrums für Überlebende des Holocaust in Haifa wurde.<br />

Jenny Durst wurde am 25. Februar 1926 in Berlin geboren. Sie war das dritte der vier Kinder von Esther (geb. Glatt) und Moshe Durst, die beide polnische Staatsangehörige waren. Mit ihren beiden älteren Schwestern Channe und Jenny und ihrem fünf Jahre jüngeren Bruder Nathan wuchs sie in Berlin-Mitte auf. Wie ihre Geschwister besuchte Jenny die Privatschule der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel im Siegmundshof 11.
Anfangs wohnte die Familie in der Linienstraße 97, dann in der Kleinen Rosenthaler Straße 10 und schließlich in der Rückerstraße 6 (heute Hausnummer 7). In der Mietswohnung im ersten Stock teilte sich Jenny eines der vier Zimmer mit ihren Geschwistern. Ihr Vater betrieb in der Wohnung einen Großhandel für Stoffe und Schneiderbedarf. Bereits Anfang 1935 war er aufgrund des antisemitischen Boykotts zur Geschäftsaufgabe gezwungen.
Die Familie wollte in die USA fliehen, doch der Plan scheiterte. Ende Oktober 1938 wurde Jennys Vater im Zuge der sogenannten Polenaktion abgeschoben und im Grenzort Zbąszyń (Bentschen) interniert. Wenig später flohen Jennys älteste Schwester Channe und der erst knapp achtjährige Nathan in die Niederlande. Jenny, die damals zwölf war, und ihre 16-jährige Schwester Fanny wollten ihren Geschwistern folgen, wurden aber an der Grenze gestellt und zurückgeschickt.
Einige Monate später – im Frühjahr oder Sommer 1939 – wurde Jenny zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter nach Polen ausgewiesen. Im Sammellager in Zbąszyń trafen sie ihren Vater wieder. Nach Kriegsbeginn wurde Jenny mit ihrer Mutter ins Ghetto Tarnów verschleppt. Ihr Vater und ihre Schwester wurden vorübergehend im Ghetto Litzmannstadt (Łódź) festgehalten, bevor sie schließlich ebenfalls nach Tarnów kamen. Ein letztes Lebenszeichen, das Jennys Geschwister in Amsterdam erreichte, war ein Brief aus Tarnów vom Juni 1942.
Jenny, ihre Schwester Fanny und ihre Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Ihre Geschwister Channe und Nathan überlebten versteckt in den Niederlanden. Beide gingen später nach Israel, wo Nathan klinischer Direktor des psychosozialen Zentrums für Überlebende des Holocaust in Haifa wurde.