Elsa Guttentag geb. Kramer

Verlegeort
Torstr. 126
Historischer Name
Elsässer Str. 95
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2010
Geboren
16. Februar 1883
Deportation
am 29. November 1942 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolperstein Elsa Guttentag © OTFW
    Stolperstein Elsa Guttentag © OTFW

    Stolperstein Elsa Guttentag © OTFW

Elsa Guttentag, geb. Kramer, wurde am 16. Februar 1883 in Rawisch (Rawicz) geboren. Aus ihrer Ehe mit dem Textilkaufmann Kurt Guttentag gingen Sohn Edwin und Tochter Gerda hervor. <br />
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Die Familie wohnte bis Ende der 1930er Jahre in einer geräumigen 3-Zimmer-Wohnung Elsässer Str. 95. Kurt Guttentag hatte nach einer Lehre zum Textilkaufmann ein eigenes Geschäft für Herrenkonfektion geführt, das er bei Ausbruch des Krieges 1914 schließen musste. Nach dem Ersten Weltkrieg war er zunächst als Einkäufer im bekannten Berliner Kaufhaus Jandorf beschäftigt, 1923 bis 1928 als Geschäftsführer im Modegeschäft Hermann Vortrefflich, Friedrichstraße 143 und bis 1935 dann wieder als Einkäufer für Herrenkonfektion im Kaufhaus H. Joseph & Co. in Neukölln. Sein Gehalt von bis zu 600 RM monatlich sicherte der Familie ein auskömmliches Leben. <br />
<br />
Nach 1933 trieb die ständig zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung beide Kinder der Guttentags – wahrscheinlich nach dem Novemberpogrom 1938 – ins Ausland. Sohn Edwin flüchtete nach Shanghai, seiner Schwester Gerda gelang die Emigration nach Palästina. <br />
<br />
Kurt und Gerda Guttentag blieben – wie viele ältere jüdische Einwohner – in Berlin. Ende der 1930er Jahre mussten sie ihre Wohnung aufgeben und zogen als Untermieter in ein möbliertes Zimmer der Wohnung Lewinski, An der Spandauer Brücke 10, 2. OG. Gerda Guttentag war zu dieser Zeit – wahrscheinlich als Zwangsarbeiterin – als Büglerin tätig, ihr Mann als Arbeiter in einem Betrieb für Laborbedarf. <br />
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Ende November 1942 wurde das Ehepaar festgenommen und in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Die unterzeichnete Vermögenserklärung des zurückgelassenen Besitzes datiert vom 27. November 1942. Zwei Tage später befanden sich Kurt und Elsa Guttentag im Deportationszug des 23. „Osttransports“ in das Vernichtungslager Auschwitz. Bei dessen Befreiung im Januar 1945 waren sie nicht unter den Überlebenden.

Elsa Guttentag, geb. Kramer, wurde am 16. Februar 1883 in Rawisch (Rawicz) geboren. Aus ihrer Ehe mit dem Textilkaufmann Kurt Guttentag gingen Sohn Edwin und Tochter Gerda hervor.

Die Familie wohnte bis Ende der 1930er Jahre in einer geräumigen 3-Zimmer-Wohnung Elsässer Str. 95. Kurt Guttentag hatte nach einer Lehre zum Textilkaufmann ein eigenes Geschäft für Herrenkonfektion geführt, das er bei Ausbruch des Krieges 1914 schließen musste. Nach dem Ersten Weltkrieg war er zunächst als Einkäufer im bekannten Berliner Kaufhaus Jandorf beschäftigt, 1923 bis 1928 als Geschäftsführer im Modegeschäft Hermann Vortrefflich, Friedrichstraße 143 und bis 1935 dann wieder als Einkäufer für Herrenkonfektion im Kaufhaus H. Joseph & Co. in Neukölln. Sein Gehalt von bis zu 600 RM monatlich sicherte der Familie ein auskömmliches Leben.

Nach 1933 trieb die ständig zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung beide Kinder der Guttentags – wahrscheinlich nach dem Novemberpogrom 1938 – ins Ausland. Sohn Edwin flüchtete nach Shanghai, seiner Schwester Gerda gelang die Emigration nach Palästina.

Kurt und Gerda Guttentag blieben – wie viele ältere jüdische Einwohner – in Berlin. Ende der 1930er Jahre mussten sie ihre Wohnung aufgeben und zogen als Untermieter in ein möbliertes Zimmer der Wohnung Lewinski, An der Spandauer Brücke 10, 2. OG. Gerda Guttentag war zu dieser Zeit – wahrscheinlich als Zwangsarbeiterin – als Büglerin tätig, ihr Mann als Arbeiter in einem Betrieb für Laborbedarf.

Ende November 1942 wurde das Ehepaar festgenommen und in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Die unterzeichnete Vermögenserklärung des zurückgelassenen Besitzes datiert vom 27. November 1942. Zwei Tage später befanden sich Kurt und Elsa Guttentag im Deportationszug des 23. „Osttransports“ in das Vernichtungslager Auschwitz. Bei dessen Befreiung im Januar 1945 waren sie nicht unter den Überlebenden.