Else Mannheim geb. Bick

Verlegeort
Bayerische Straße 33
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
06. Juni 2018
Geboren
26. Mai 1882 in Grätz (Posen) / Grodzisk Wielkopolski
Deportation
am 03. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz

Else Mannheim, geb. Bick wurde 1882 in Graetz, Polen geboren. Ihre Eltern, der Kaufmann Selig und Minna Bick hatten eine Reihe weiterer Kinder: Julius (*1880) war in die Niederlande emigriert, jedoch 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet worden, und auch seine Zwillingsschwester Rosa (*1880) wurde 1942 deportiert und ermordet; ein weiterer Bruder (oder Cousin), Sally (*1877), wurde 1942 in Riga ermordet. Nur ihre Schwester Paula (*1885) überlebte; sie emigrierte nach England und später nach Australien und starb dort 1962.

Else heiratete am 9. Oktober 1904 den angesehenen und erfolgreichen Getreidehändler Curt Mannheim, der am 8. Juli 1875 in Zielenzig geboren worden war und in Posen wohnte. Dorthin zog auch Else und brachte am 3. August 1905 ihre einzige Tochter Alice zur Welt. Die Familie zog im August 1910 nach Charlottenburg und lebte in der Sybelstraße 57. 1920 bezogen sie eine Wohnung in der Xantener Straße 15. Von 1911 bis 1938 war Curt Mannheim Inhaber seiner gleichnamigen Getreide-Agentur und seit 1914 Mitglied der Berliner Produktenbörse; „sein Ausscheiden erfolgte aus den bekannten politischen Gründen“, schrieb später ein Vertreter des Vereins der Berliner Getreide-und Produktenhändler. 

Zum Zeitpunkt der Volkszählung vom 17. Mai 1939 wohnten Mannheims noch in der Xantener Straße 15. Erst bald danach zogen sie  - vermutlich nicht mehr freiwillig – in die Bayerische Straße 33.

Von dort wurden Else und Curt am 3. bzw. am 1. März 1943 deportiert und ermordet. Ihre Tochter Alice konnte rechtzeitig in die USA emigrieren; sie erlernte den Beruf einer Sekretärin und heiratete den Wirtschaftsberater Richard Gotthelf. Alice starb 1955 in New York.