Fritz Fulder

Verlegeort
Bochumer Str. 25
Bezirk/Ortsteil
Moabit
Verlegedatum
2010
Geboren
02. Mai 1929
Deportation
am 12. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolperstein für Fritz Fulder.
    Stolperstein für Fritz Fulder. Foto: OTFW.

    Stolperstein für Fritz Fulder. Foto: OTFW.

Fritz Moses Fulder wurde am 2. Mai 1929 in Breslau (heute: Wrocław / Polen) geboren. Seine Eltern Ida (geb. Naumburg) und Gustav Fulder stammten aus Franken und waren erst im Jahr vor Fritz’ Geburt nach Breslau gekommen. Seine Schwestern Ruth Klara und Eva Sophie kamen zur Welt, als er eineinhalb bzw. sechs Jahre alt war.<br />
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Nachdem das Bankhaus Löwy, bei dem Fritz’ Vater als Prokurist angestellt gewesen war, verfolgungsbedingt hatte schließen müssen, zog die Familie nach Berlin. Hier arbeitete Gustav Fulder zunächst für den Hilfsverein der deutschen Juden, der zwangsweise in Hilfsverein der Juden in Deutschland umbenannt worden war. Der Verein war unter anderem an der Organisation der Kindertransporte beteiligt, mit denen über 10.000 Kinder gerettet werden konnten. Im Sommer 1938 kam Fritz’ damals achtjährige Schwester Ruth auf einem der Transporte nach England. Später lebte sie (nach ihrer Heirat unter dem Namen Ruth K. Gruenebaum) in New York.<br />
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Fritz besuchte die Schule der orthodoxen Adass-Jisroel-Gemeinde und musste nach deren Schließung im März 1939 auf eine andere Schule wechseln. Nachdem der Hilfsverein der Juden in Deutschland 1939 aufgelöst worden war, arbeitete Fritz’ Vater als Büroangestellter im Jüdischen Krankenhaus. Fritz’ Onkel Max Naumburg, der 1938 nach Palästina emigriert war, erfuhr aus Briefen, die ihn über die Schweiz erreichten, dass auch Fritz im Jüdischen Krankenhaus arbeitete. Näheres über die Tätigkeit des damals erst etwa Elfjährigen ist nicht bekannt. Möglicherweise half er dort nach der der Schule aus.<br />
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Bis Ende der 1930er-Jahre wohnte Familie Fulder in der Bochumer Straße 25, wo auch Fritz’ Großvater Heinrich Naumburg und seine Tanten Thekla und Resi lebten. Später musste Fritz mit seinen Eltern und seiner Schwester in die Tile-Wardenberg-Straße 20 umziehen, wo sie zur Untermiete wohnten. 1942 wurde seine Tante Thekla mit ihrem Mann Erich Engelmann nach Riga deportiert und ermordet.<br />
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Fritz Moses Fulder war 13 Jahre alt, als er am 12. März 1943 zusammen mit seinen Eltern, seiner siebenjährigen Schwester Eva Sophie und seiner Tante Resi nach Auschwitz deportiert wurde. Sie alle wurden ermordet.<br />
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Fritz Moses Fulder wurde am 2. Mai 1929 in Breslau (heute: Wrocław / Polen) geboren. Seine Eltern Ida (geb. Naumburg) und Gustav Fulder stammten aus Franken und waren erst im Jahr vor Fritz’ Geburt nach Breslau gekommen. Seine Schwestern Ruth Klara und Eva Sophie kamen zur Welt, als er eineinhalb bzw. sechs Jahre alt war.

Nachdem das Bankhaus Löwy, bei dem Fritz’ Vater als Prokurist angestellt gewesen war, verfolgungsbedingt hatte schließen müssen, zog die Familie nach Berlin. Hier arbeitete Gustav Fulder zunächst für den Hilfsverein der deutschen Juden, der zwangsweise in Hilfsverein der Juden in Deutschland umbenannt worden war. Der Verein war unter anderem an der Organisation der Kindertransporte beteiligt, mit denen über 10.000 Kinder gerettet werden konnten. Im Sommer 1938 kam Fritz’ damals achtjährige Schwester Ruth auf einem der Transporte nach England. Später lebte sie (nach ihrer Heirat unter dem Namen Ruth K. Gruenebaum) in New York.

Fritz besuchte die Schule der orthodoxen Adass-Jisroel-Gemeinde und musste nach deren Schließung im März 1939 auf eine andere Schule wechseln. Nachdem der Hilfsverein der Juden in Deutschland 1939 aufgelöst worden war, arbeitete Fritz’ Vater als Büroangestellter im Jüdischen Krankenhaus. Fritz’ Onkel Max Naumburg, der 1938 nach Palästina emigriert war, erfuhr aus Briefen, die ihn über die Schweiz erreichten, dass auch Fritz im Jüdischen Krankenhaus arbeitete. Näheres über die Tätigkeit des damals erst etwa Elfjährigen ist nicht bekannt. Möglicherweise half er dort nach der der Schule aus.

Bis Ende der 1930er-Jahre wohnte Familie Fulder in der Bochumer Straße 25, wo auch Fritz’ Großvater Heinrich Naumburg und seine Tanten Thekla und Resi lebten. Später musste Fritz mit seinen Eltern und seiner Schwester in die Tile-Wardenberg-Straße 20 umziehen, wo sie zur Untermiete wohnten. 1942 wurde seine Tante Thekla mit ihrem Mann Erich Engelmann nach Riga deportiert und ermordet.

Fritz Moses Fulder war 13 Jahre alt, als er am 12. März 1943 zusammen mit seinen Eltern, seiner siebenjährigen Schwester Eva Sophie und seiner Tante Resi nach Auschwitz deportiert wurde. Sie alle wurden ermordet.