Heinz Hirsch wurde am 12. Juli 1916 als Sohn des Kaufmanns Willy Ludwig Hirsch und dessen Ehefrau Johanna, geb. Schwarz, in Berlin geboren.
Über seine Kindheit und Jugend konnte nichts herausgefunden werden. Wahrscheinlich um Ostern 1923 wurde Heinz eingeschult. Vermutlich verließ er acht Jahre später die Volksschule. Ob er im Anschluss eine Ausbildung absolvierte, ist ebenfalls unklar.
Bei der Volkszählung vom Mai 1939 wurde die dreiköpfige Familie Hirsch in Berlin-Tiergarten, Essener Straße 7, erfasst.
Am 2. November 1940 heiratete Heinz Hirsch die vier Jahre jüngere Berlinerin Betti Bober. Betti zog zu ihrem Ehemann und den Schwiegereltern nach Tiergarten.
Am 21. September 1942 wurde ihre Tochter Jona geboren. Sicher waren Heinz und Betti sowie Heinz’ Eltern wie die Mehrzahl der „arbeitsfähigen“ Jüdinnen und Juden ab 1939 zur Zwangsarbeit verpflichtet. Nähere Informationen darüber liegen allerdings keine vor. Am 29. November 1942 wurden die Eltern Willy und Johanna Hirsch mit dem „23. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Spätestens in diesem Zeitraum zogen Heinz und Betti mit ihrem Baby Jona zu Bettis Familie nach Prenzlauer Berg, Choriner Straße 26.
Am 12. März 1943 wurde die gesamte Familie Bober mit dem „36. Osttransport“ von Berlin nach Auschwitz deportiert.
Es waren die Eltern Alfred und Klara Bober, deren Sohn Harri, ihre Tochter Betti mit Ehemann Heinz Hirsch sowie deren sechs Monate alte Tochter Jona.
Am 13. März 1943 kamen mit diesem Transport 964 jüdische Männer, Frauen und Kinder dort an. An der Rampe wurden 218 Männer und 147 Frauen als Arbeitssklaven ins Lager geschickt. Einer von ihnen war Heinz Hirsch. Unter den übrigen 599 Personen, die sofort in die Gaskammer getrieben und umgebracht wurden, waren sicher auch Betti und Jona Hirsch sowie Heinz’ Schwiegermutter. Ihre Todesdaten wurden nicht dokumentiert.
Heinz Hirsch überlebte die menschenverachtenden Lagerbedingungen nur wenige Wochen. Der 6. Juni 1943 wurde als sein Todestag dokumentiert. Auch Heinz’ Schwiegervater und sein Schwager überlebten den Holocaust nicht.
Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber*in verwendet werden.