Manfred Aronsbach

Verlegeort
Große Präsidentenstraße 8
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2008
Geboren
23. November 1936
Deportation
am 19. Oktober 1942 nach Riga
Ermordet
im Ghetto Riga
  • Manfred Aronsbach © OTFW

    Manfred Aronsbach © OTFW

Manfred Aronsbach wurde am 23. November 1936 in Berlin geboren. Er war der Sohn des Kaufmanns Paul Aronsbach (*1887) und dessen Frau Selma, geb. Goldemann (*1895). Manfred hatte eine zwölf Jahre ältere Schwester, Erika, die am 2. Juni 1924 in Berlin zur Welt gekommen war. Seine Eltern hatten 1921 geheiratet und in Berlin eine Großhandlung für Altpapier und Pappen in der Dircksenstraße 51 in Mitte betrieben. Zum Zeitpunkt der Geburt von Manfred lebte die Familie in der Kaiser-Wilhelm-Straße 12 (der heutigen Karl-Liebknecht-Straße). 1940 zogen die Aronsbachs in die Große Präsidentenstraße 8 nahe den Hackeschen Höfen. Erika besuchte die Gemeindeschule an der Bochumer Straße im Westfälischen Viertel, die sie zu Ostern 1938 verließ. Manfred sollte nicht mehr die Chance haben, in eine Schule zu gehen.<br />
<br />
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 – beziehungsweise aller Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen im NS-Staat als Juden galten – hatten auch die staatlichen Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Aronsbach begonnen. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der sozialen Ausgrenzung und des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte. Sicher versuchten Paul und Selma Aronsbach den Kindern in der Familie Schutzräume zu bieten, aber wir wissen nicht, wie gut es gelang, sie von den existentiellen Nöten abzuschirmen, die das Leben der Familie in Berlin zunehmend bestimmten. Spätesten Anfang der 1940er-Jahre wurde das Leben für die Familie in Berlin zum Existenzkampf. Um nur eine der vielen einschneidenden Maßnahmen zu nennen, konnten sich Paul, Selma und Erika Aronsbach mit der Polizeiverordnung vom 1. September 1941 „über die Kennzeichnung der Juden“ nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen. Spätestens seit den 1940er-Jahren mussten sie außerdem Zwangsarbeit in Berliner Betrieben leisten: Der Vater war als Arbeiter beim „Warnecke & Böhm“ in der Goethestraße 15/16 in Weißensee eingesetzt, die Mutter war Zwangsarbeiterin bei der „Firma Martin Michalski – Uniformbetrieb“, die ihren Hauptsitz in der Großen Frankfurter Straße 137 hatte. Manfreds Schwester Erika musste in der „Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Borsigwalde“ am Eichborndamm 103–122 in Wittenau Zwangsarbeit leisten.<br />
<br />
Der Entrechtung folgte die Deportation: Die Aronsbachs erhielten den Deportationsbescheid im Herbst 1942 und wurden zusammen in einem der Berliner Sammellager interniert. Am 19. Oktober 1942 wurden der fünfjährige Manfred, seine Eltern und seine Schwester Erika mit dem „21. Osttransport“ aus Berlin in das Ghetto Riga deportiert. Die Transportliste dieser Deportation verzeichnet die 16-jährige Erika und ihre Eltern als „arbeitsfähig“. Sie sind möglicherweise in Riga noch zu Zwangsarbeit selektiert worden, bevor sie im Ghetto, in einem Arbeitskommando oder einem der NS-Vernichtungslager ermordet wurden. Jedenfalls gehörten alle vier Familienmitglieder nicht zu den wenigen Überlebenden des Rigaer Ghettos.

Manfred Aronsbach wurde am 23. November 1936 in Berlin geboren. Er war der Sohn des Kaufmanns Paul Aronsbach (*1887) und dessen Frau Selma, geb. Goldemann (*1895). Manfred hatte eine zwölf Jahre ältere Schwester, Erika, die am 2. Juni 1924 in Berlin zur Welt gekommen war. Seine Eltern hatten 1921 geheiratet und in Berlin eine Großhandlung für Altpapier und Pappen in der Dircksenstraße 51 in Mitte betrieben. Zum Zeitpunkt der Geburt von Manfred lebte die Familie in der Kaiser-Wilhelm-Straße 12 (der heutigen Karl-Liebknecht-Straße). 1940 zogen die Aronsbachs in die Große Präsidentenstraße 8 nahe den Hackeschen Höfen. Erika besuchte die Gemeindeschule an der Bochumer Straße im Westfälischen Viertel, die sie zu Ostern 1938 verließ. Manfred sollte nicht mehr die Chance haben, in eine Schule zu gehen.

Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden seit 1933 – beziehungsweise aller Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen im NS-Staat als Juden galten – hatten auch die staatlichen Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Aronsbach begonnen. Darunter fielen zahlreiche Maßnahmen der sozialen Ausgrenzung und des Entzugs staatsbürgerlicher Rechte. Sicher versuchten Paul und Selma Aronsbach den Kindern in der Familie Schutzräume zu bieten, aber wir wissen nicht, wie gut es gelang, sie von den existentiellen Nöten abzuschirmen, die das Leben der Familie in Berlin zunehmend bestimmten. Spätesten Anfang der 1940er-Jahre wurde das Leben für die Familie in Berlin zum Existenzkampf. Um nur eine der vielen einschneidenden Maßnahmen zu nennen, konnten sich Paul, Selma und Erika Aronsbach mit der Polizeiverordnung vom 1. September 1941 „über die Kennzeichnung der Juden“ nur noch mit stigmatisierendem „Judenstern“ in der Öffentlichkeit bewegen. Spätestens seit den 1940er-Jahren mussten sie außerdem Zwangsarbeit in Berliner Betrieben leisten: Der Vater war als Arbeiter beim „Warnecke & Böhm“ in der Goethestraße 15/16 in Weißensee eingesetzt, die Mutter war Zwangsarbeiterin bei der „Firma Martin Michalski – Uniformbetrieb“, die ihren Hauptsitz in der Großen Frankfurter Straße 137 hatte. Manfreds Schwester Erika musste in der „Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Borsigwalde“ am Eichborndamm 103–122 in Wittenau Zwangsarbeit leisten.

Der Entrechtung folgte die Deportation: Die Aronsbachs erhielten den Deportationsbescheid im Herbst 1942 und wurden zusammen in einem der Berliner Sammellager interniert. Am 19. Oktober 1942 wurden der fünfjährige Manfred, seine Eltern und seine Schwester Erika mit dem „21. Osttransport“ aus Berlin in das Ghetto Riga deportiert. Die Transportliste dieser Deportation verzeichnet die 16-jährige Erika und ihre Eltern als „arbeitsfähig“. Sie sind möglicherweise in Riga noch zu Zwangsarbeit selektiert worden, bevor sie im Ghetto, in einem Arbeitskommando oder einem der NS-Vernichtungslager ermordet wurden. Jedenfalls gehörten alle vier Familienmitglieder nicht zu den wenigen Überlebenden des Rigaer Ghettos.