Ludwig Erich Dahlheim wurde am 8. Mai 1883 in Berlin in der Potsdamer Straße 122b geboren. Für seine Eltern, den Kaufmann Paul Dahlheim (*12. April 1851) und dessen Ehefrau Emma Dahlheim geborene Jaffé (*1859), war er das zweite von insgesamt vier Kindern. Sein Bruder Franz (*1881) war zwei Jahre älter als er, starb jedoch schon 1887 mit sechs Jahren und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Ein Jahr nach Franz’ Tod wurde Hilde Henriette (*14. September 1888) geboren. Die jüngste Schwester Eva Käthe kam am 25. Februar 1891 zur Welt.
Ludwig Erich Dahlbeim besuchte eine höhere Schule, die er mit dem Zeugnis der Reife abschloss. Er studierte an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften und promovierte dort zum Doktor der Rechte.
Als Ludwig 30 Jahre alt war, starb am 30. Januar 1914 sein Vater Paul Dahlheim mit 62 Jahren. Die Trauerfeier fand in der Von-der-Heydt-Straße 5 in Berlin-Tiergarten statt, wo die Familie damals wohnte. Auch Paul Dahlheim wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt.
Mit 34 Jahren heiratete Ludwig am 22. September 1917 in erster Ehe die aus Damm-Hast im Kreis Templin stammende Buchhalterin Frieda Anna Margarete Ehling (*15. September 1891) in Wilmersdorf. Die Ehe wurde nach neun Jahren am 5. August 1926 geschieden.
Vermutlich ging Ludwig nach der Scheidung nach München, wo er einen Großhandel für Dekorationsartikel betrieb und als Provisions-Vertreter für Damenwäsche, Spielwaren und Christbaumschmuck arbeitete. Er wohnte in München in der Rottmannstraße 15.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, hatte Ludwig mit immer schlechter werdenden Geschäften zu kämpfen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde er von der Gestapo festgesetzt und unter der Häftlingsnummer 21041 im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Entlassung am 6. Dezember 1938 ging er zurück nach Berlin zu seiner Mutter und seinen beiden Schwestern, die in der Zwischenzeit in der Bamberger Straße 17 in Wilmersdorf wohnten.
Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war Ludwig in der Oranienburger Straße 26 in Berlin-Mitte gemeldet. Ende Mai 1939 starb seine Mutter mit 79 Jahren. Vermutlich zog er nach ihrem Tod zu seinen Schwestern in die Bamberger Straße 17.
Am 13. Januar 1941 gab William E. Ehrich in Phildelphia, USA ein Affidavit (Eidesstattliche Erklärung) für ihn ab und zahlte dafür 125 US-Dollar ein, damit Ludwig ein Visum für die USA beantragen konnte. Im Oktober 1941 wurde eine Auswanderung aus Deutschland verboten.
Wann und wo er seine spätere zweite Ehefrau, die aus Halle an der Saale stammende Thea Toller (*3. August 1899), kennenlernte, ist nicht bekannt. Sie wohnte bei der „Minderheiten-Volkszählung“ zusammen mit ihrer Mutter, der aus Kattowitz (Katowice, Polen) stammenden Rosa Toller geborene Fischer (*26. Dezember 1866), in der Joachim-Friedrich Straße 33 in Berlin-Halensee. Rosa Toller starb am 2. März 1940 im 74. Lebensjahr. Thea war damals 39 Jahre alt.
Ludwig Dahlheim und Thea Toller heirateten am 11. Februar 1942 in Berlin-Schmargendorf. Nach der Hochzeit zogen sie am 11. Juni 1942 zusammen mit Ludwigs Schwestern Henriette und Eva in die Nassauische Straße 30 in eine 2-Zimmer-Wohnung mit Küche im 1. Stock des Gartenhauses. Die Wohnung wurde ihnen von der Wohnungsberatungsstelle der Jüdischen Kultusvereinigung zu Berlin e.V. zugewiesen. Die Vormieterin Regina Seidemann hatte die Gestapo am 28. März 1942 nach Piaski deportiert. Da die Wohnung sich in jüdischem Besitz befand, war sie gemäß Verfügung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt wieder mit einem jüdischen Hauptmieter zu besetzen.
Seit 1941 leistete Ludwig Zwangsarbeit bei Osram in der Helmholtzstraße 2-9 in Berlin-Charlottenburg. Für die 2-Zimmer-Wohnung zahlte er eine Miete in Höhe von 62 RM.
Wann Ludwigs jüngste Schwester Eva Käthe Ernst Nathan Jacobi (*22. Juni 1885) heiratete, ist nicht bekannt. Das Ehepaar wohnte zur Untermiete bei Strelitz im III. Stock des Hinterhauses An der Stechbahn 3-4 in Berlin-Mitte, als sie den Befehl zur Deportation bekamen. Am 19. Februar 1943 wurden sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Ernst Nathan Jacobi war in erster Ehe mit Alice Jacobi verheiratet gewesen. Sie starb am 19. September 1938 mit 48 Jahren in Italien. Der Tochter Marion Dora (*22. Mai 1920) und deren Ehemann Herbert Marx gelang die Flucht nach Australien.
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