Edith Karpf

Verlegeort
Nikolsburger Platz 4
Bezirk/Ortsteil
Wilmersdorf
Verlegedatum
29. April 2012
Geboren
25. Juni 1900 in Berlin
Deportation
am 15. August 1942 nach Riga
Ermordet
18. August 1942 in Riga
Biografie

Edith Karpf wurde am 25. Juni 1900 in Berlin geboren. Ihr Vater, der Kaufmann Machal David Karpf (*24. Aug. 1872) aus Ulanow (Ulanów, Polen), damals Teil von österreichisch Galizien, und ihre Mutter, die Buchhalterin Jenny Lewitt (*3. Dezember 1871) aus Posen, hatten am 24. November 1898 geheiratet. Sie betrieben in dem 1894 erbauten Haus in der Choriner Straße 61 in Berlin-Prenzlauer Berg seit 1898 im Parterre eine „Resterhandlung“ . Vier Jahre nach Ediths Geburt wurde ihr Bruder Max Bernhard am 9. April 1904 geboren. Das Berliner Adressbuch von 1910 führte Machal David Karpf unter „Michael Karpf Textilwaren“ in der Choriner Straße 53.

Am 26. Oktober 1932 starb Ediths Vater mit 60 Jahren im Krankenhaus Moabit. Ihre Mutter wurde mit 60 Jahren Witwe und wohnte mit ihren zwei erwachsenen Kindern weiterhin in der Choriner Straße 53. Das Jüdische Adressbuch 1931/32 führte ihren Bruder Max ebenfalls hier. Die Firma „Michael Karpf Textilwaren“ gab es bis 1936 in der Choriner Straße 53. 

Als am 6. November 1936 Ediths Onkel Adolf Goldberg, Ehemann ihrer Tante Sidonie geborene Lewitt, mit 62 Jahren starb, zog Ediths Mutter zu ihrer jüngeren Schwester Sidonie in die Reuterstraße 64 in Berlin-Neukölln. Ediths Bruder Max emigrierte vermutlich 1937 nach Haifa, Palästina. Von hier stellte er 1954 einen Wiedergutmachungsantrag.

Edith zog um 1937 an den Nikolsburger Platz 4 in Berlin-Wilmersdorf. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war sie auch dort gemeldet. Zusammen mit Elsa Majewski, einer anderen Mieterin des Hauses, wurde sie im Juni 1940 in eine „Zwangswohnung“ in die Holsteinischen Straße 9 verwiesen. Hauptmieter war Gerson Altmann. Ihre Mutter Jenny deportierte die Gestapo am 7. August 1942 aus der Choriner Straße 53 in das Ghetto Theresienstadt. Anscheinend hatte sie nach der Deportation ihrer Schwester Sidonie nach Minsk am 14. November 1941 in ihrer alten „Heimat“, in der sie fast 40 Jahre gelebt hatte, Schutz gesucht.

Kurz nach der Deportation ihrer Mutter kamen die Gestapobeamten und ihre Helfer auch in die Holsteinische Straße 9, um Edith abzuholen. Vom Güterbahnhof Moabit wurde sie am 15. August 1942 nach Riga deportiert. Dort wurde sie kurz nach der Ankunft am 18. August 1942 in den Wäldern am Stadtrand erschossen. Edith Karpf starb mit 42 Jahren.

Ediths Mutter lebte fast zwei Jahre im Ghetto Theresienstadt, bis sie mit 72 Jahren am 16. Mai 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet wurde. Ihr genaues Todesdatum ist unbekannt. Ihr Bruder, der Juwelier Albert Lewitt, den sie im Ghetto Theresienstadt zurückließ, starb am 21. Juni 1944.