Else Buker geb. Hirschlaff

Verlegeort
Weimarer Straße 28
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
09. August 2014
Geboren
15. Juni 1884
Flucht in den Tod
07. März 1943 in Berlin
  • Stolperstein für Else Buker
    Stolperstein Else Buker © H.-J. Hupka, 2014

    Stolperstein Else Buker © H.-J. Hupka, 2014

  • Grab von Else Buker und Erna Gronemann
    Grab von Else Buker und Erna Gronemann auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee © Ulrike Hörmann, 10. August 2014

    Grab von Else Buker und Erna Gronemann auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee © Ulrike Hörmann, 10. August 2014

  • Die familiären Zusammenhänge von Erna Gronemann, Meta und Max Gronemann wurden ergänzt durch Angaben des Großneffen Hans Peter Lindemann, Norwegen.
    Fotos der Anzeigen: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/

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Else Buker wurde am 15. Juni 1884 als Else Hirschlaff in Schönfließ (Ostpreußen) geboren. Sie war mit dem Kaufmann Max Buker, der nach nationalsozialistischer Rasseneinteilung kein Jude, sondern „Arier“ war, verheiratet und wohnte mit ihm und ihrer Tochter Erna Gronemann nachweisbar von 1938 bis 1943 im 2. Stock. Erna war das Kind aus ihrer ersten Ehe mit dem 1920 verstorbenen Adolf Gronemann. Else Buker und ihre Tochter Erna wurden am 5. März 1943 in die Synagoge in der Levetzowstrasse in Moabit, ein für Berliner Juden eingerichtetes Sammellager, gebracht. Von dort aus wurden die beiden Frauen am gleichen Tag mit einer Schlafmittelvergiftung in das Jüdische Krankenhaus in der Iranischen Straße im Wedding eingeliefert, wo Else Buker am 7. März 1943 gegen 12:30 Uhr starb. Aus dem Bericht der Kriminalpolizei zu dem „Selbstmord durch Einnahme von Schlafmitteltabletten“ geht hervor, dass in der Wohnung Weimarer Straße 28 mehrere Röhrchen Veronal und Simbadorn-Tabletten gefunden wurden, jedoch kein Abschiedsbrief. Nicht geklärt werden konnte, ob Else Buker die Tabletten in der Wohnung oder erst später im Sammellager eingenommen hat, aber vermutet wurde: „Der Grund dürfte in Angst vor Evakuierung zu suchen sein.“ Der Begriff „Evakuierung“ wurde damals von den Behörden beschönigend für „Deportation“ verwendet. <br />
<br />
Else und Adolf Gronemann hatten außer der Tochter Erna noch einen Sohn, Karl Louis. Er war zwei Jahre älter als Erna – geboren am 29. März 1908. Karl Luis wurde am 13. Juni 1938 in „Schutzhaft“ genommen und sogleich im Konzentrationslager Buchenwald interniert, wo er am 17. November ums Leben gebracht wurde.<br />
<br />
Else Buker und Erna Gronemann, die bereits am 6. März 1943 an den Folgen der Schafmittelvergiftung starb, wurden gemeinsam am 17. März 1943 auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee begraben. Die Bestattungen wurden von Max Buker, dem Ehemann von Else und Stiefvater von Erna, veranlasst. <br />
<br />
Die Schätzung vom 7. Juli 1943 über Inventar und Bewertung des Obergerichtsvollziehers Simon aus Neukölln, Wildenbruchstraße 5, war aus der Sicht der NS-Behörden „ohne Erfolg“, weil die Wohnung und Einrichtung Max Buker gehörten. Da er „Arier“ war, erfolgte keine Räumung der Wohnung, in der Max Buker bis 1953 lebte. <br />

Else Buker wurde am 15. Juni 1884 als Else Hirschlaff in Schönfließ (Ostpreußen) geboren. Sie war mit dem Kaufmann Max Buker, der nach nationalsozialistischer Rasseneinteilung kein Jude, sondern „Arier“ war, verheiratet und wohnte mit ihm und ihrer Tochter Erna Gronemann nachweisbar von 1938 bis 1943 im 2. Stock. Erna war das Kind aus ihrer ersten Ehe mit dem 1920 verstorbenen Adolf Gronemann. Else Buker und ihre Tochter Erna wurden am 5. März 1943 in die Synagoge in der Levetzowstrasse in Moabit, ein für Berliner Juden eingerichtetes Sammellager, gebracht. Von dort aus wurden die beiden Frauen am gleichen Tag mit einer Schlafmittelvergiftung in das Jüdische Krankenhaus in der Iranischen Straße im Wedding eingeliefert, wo Else Buker am 7. März 1943 gegen 12:30 Uhr starb. Aus dem Bericht der Kriminalpolizei zu dem „Selbstmord durch Einnahme von Schlafmitteltabletten“ geht hervor, dass in der Wohnung Weimarer Straße 28 mehrere Röhrchen Veronal und Simbadorn-Tabletten gefunden wurden, jedoch kein Abschiedsbrief. Nicht geklärt werden konnte, ob Else Buker die Tabletten in der Wohnung oder erst später im Sammellager eingenommen hat, aber vermutet wurde: „Der Grund dürfte in Angst vor Evakuierung zu suchen sein.“ Der Begriff „Evakuierung“ wurde damals von den Behörden beschönigend für „Deportation“ verwendet.

Else und Adolf Gronemann hatten außer der Tochter Erna noch einen Sohn, Karl Louis. Er war zwei Jahre älter als Erna – geboren am 29. März 1908. Karl Luis wurde am 13. Juni 1938 in „Schutzhaft“ genommen und sogleich im Konzentrationslager Buchenwald interniert, wo er am 17. November ums Leben gebracht wurde.

Else Buker und Erna Gronemann, die bereits am 6. März 1943 an den Folgen der Schafmittelvergiftung starb, wurden gemeinsam am 17. März 1943 auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee begraben. Die Bestattungen wurden von Max Buker, dem Ehemann von Else und Stiefvater von Erna, veranlasst.

Die Schätzung vom 7. Juli 1943 über Inventar und Bewertung des Obergerichtsvollziehers Simon aus Neukölln, Wildenbruchstraße 5, war aus der Sicht der NS-Behörden „ohne Erfolg“, weil die Wohnung und Einrichtung Max Buker gehörten. Da er „Arier“ war, erfolgte keine Räumung der Wohnung, in der Max Buker bis 1953 lebte.