Wilhelm Freundlich

Verlegeort
Altonaer Str. 26
Historischer Name
Altonaer Str. 12
Bezirk/Ortsteil
Hansaviertel
Verlegedatum
2010
Geboren
30. Januar 1900
Beruf
Händler
Deportation
am 03. Februar 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolpersteine für Louis und Gertrud Hirsch und Max, Wilhelm, Walter und Irma Freundlich
    Stolpersteine für Louis und Gertrud Hirsch und Max, Wilhelm, Walter und Irma Freundlich © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolpersteine für Louis und Gertrud Hirsch und Max, Wilhelm, Walter und Irma Freundlich © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Wilhelm Freundlich, genannt Willy, kam am 30. Januar 1900 im westpreußischen Schlochau (heute: Człuchów / Polen) zur Welt. Dort lebte er zusammen mit seinen Eltern Max und Klara, den älteren Geschwistern Elisabeth, Siegfried und Walter und seinem jüngeren Bruder Gerhard über dem Manufaktur- und Kurzwarengeschäft, das sein Vater führte.<br />
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1917 starb der älteste Bruder Siegfried als Soldat im Ersten Weltkrieg. Wie seine Brüder Walter und Gerhard machte auch Willy eine kaufmännische Lehre und stieg zusammen mit Walter in das Geschäft des Vaters ein. Gerhard übernahm in Nürnberg eine Stelle als Vertriebsleiter der Warenhauskette Schocken. Die Schwester Elisabeth lebte mit ihrem Mann Alex Zadek und ihren drei Töchtern in Stettin (Szczecin).<br />
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1935 starb Willys Mutter Klara mit 65 Jahren. Mit seinem Vater und seinem Bruder Walter bemühte sich Willy Freundlich vergeblich, das Geschäft trotz der antisemitischen Boykotte weiterzuführen. 1937 waren sie schließlich zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Gemeinsam zogen sie nach Berlin in die Altonaer Straße 12 (heute auf Höhe der Hausnummer 26) zu Louis und Gertrud Hirsch, Verwandten von Willys Mutter. Nach Walters Heirat lebte auch dessen Frau Irma (geb. Asch) kurze Zeit mit ihnen zusammen, bevor das Paar auszog.<br />
<br />
Willy Freundlichs Bruder Gerhard war bereits 1936 nach Brasilien emigriert, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Ende 1938 floh Willys Schwester Elisabeth mit ihrer Familie nach Palästina. Später gingen sie in die USA und ließen sich in Seattle nieder.<br />
<br />
Willys Vater Max wurde zusammen mit dem Ehepaar Hirsch am 24. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Louis Hirsch und Max Freundlich starben kurz nacheinander am 9. und 10. September 1942 nach wenigen Wochen im Ghetto. Gertrud Hirsch wurde in Auschwitz ermordet.<br />
<br />
Willy Freundlich hatte seinen letzten Wohnsitz in der Lessingstraße 15 zur Untermiete bei Goldstrom. Am 3. Februar 1943, vier Tage nach seinem 43. Geburtstag, wurde er nach Auschwitz deportiert. Wann er ermordet wurde, ist nicht bekannt. Auch sein Bruder Walter und seine Schwägerin Irma, die einen Monat nach ihm deportiert wurden, sind in Auschwitz ermordet worden.<br />
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Wilhelm Freundlich, genannt Willy, kam am 30. Januar 1900 im westpreußischen Schlochau (heute: Człuchów / Polen) zur Welt. Dort lebte er zusammen mit seinen Eltern Max und Klara, den älteren Geschwistern Elisabeth, Siegfried und Walter und seinem jüngeren Bruder Gerhard über dem Manufaktur- und Kurzwarengeschäft, das sein Vater führte.

1917 starb der älteste Bruder Siegfried als Soldat im Ersten Weltkrieg. Wie seine Brüder Walter und Gerhard machte auch Willy eine kaufmännische Lehre und stieg zusammen mit Walter in das Geschäft des Vaters ein. Gerhard übernahm in Nürnberg eine Stelle als Vertriebsleiter der Warenhauskette Schocken. Die Schwester Elisabeth lebte mit ihrem Mann Alex Zadek und ihren drei Töchtern in Stettin (Szczecin).

1935 starb Willys Mutter Klara mit 65 Jahren. Mit seinem Vater und seinem Bruder Walter bemühte sich Willy Freundlich vergeblich, das Geschäft trotz der antisemitischen Boykotte weiterzuführen. 1937 waren sie schließlich zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Gemeinsam zogen sie nach Berlin in die Altonaer Straße 12 (heute auf Höhe der Hausnummer 26) zu Louis und Gertrud Hirsch, Verwandten von Willys Mutter. Nach Walters Heirat lebte auch dessen Frau Irma (geb. Asch) kurze Zeit mit ihnen zusammen, bevor das Paar auszog.

Willy Freundlichs Bruder Gerhard war bereits 1936 nach Brasilien emigriert, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Ende 1938 floh Willys Schwester Elisabeth mit ihrer Familie nach Palästina. Später gingen sie in die USA und ließen sich in Seattle nieder.

Willys Vater Max wurde zusammen mit dem Ehepaar Hirsch am 24. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Louis Hirsch und Max Freundlich starben kurz nacheinander am 9. und 10. September 1942 nach wenigen Wochen im Ghetto. Gertrud Hirsch wurde in Auschwitz ermordet.

Willy Freundlich hatte seinen letzten Wohnsitz in der Lessingstraße 15 zur Untermiete bei Goldstrom. Am 3. Februar 1943, vier Tage nach seinem 43. Geburtstag, wurde er nach Auschwitz deportiert. Wann er ermordet wurde, ist nicht bekannt. Auch sein Bruder Walter und seine Schwägerin Irma, die einen Monat nach ihm deportiert wurden, sind in Auschwitz ermordet worden.