Herbert Leo Holz

Verlegeort
Rochstr. 1
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2011
Geboren
01. September 1903
Beruf
Kaufmann
Deportation
am 19. Februar 1943 nach Auschwitz
Ermordet
  • Stolperstein Herbert Leo Holz © OTFW
    Stolperstein Herbert Leo Holz © OTFW

    Stolperstein Herbert Leo Holz © OTFW

Herbert Leo Holz wurde am 1. September 1903 im schlesischen Sagan (heute: Żagań / Polen) geboren. Seine Mutter Hedwig (geb. Korytowski) stammte aus Breslau (Wrocław), wo sie im September 1902 Herberts Vater, den Kaufmann Ernst Siegfried Holz aus Leobschütz (Głubczyce), geheiratet hatte. Als Herbert zwei Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern in den Großraum Berlin, wo sein Vater als Handelsvertreter tätig war. Im Frühjahr 1906 wurde seine Schwester Alice im heutigen Berliner Ortsteil Mariendorf geboren, der damals noch nicht zu Berlin, sondern zum Kreis Teltow gehörte. Im Herbst 1908 kam Herberts Bruder Willy in Boxhagen-Rummelsburg im heutigen Friedrichshain zur Welt. <br />
Wie sein Vater wurde Herbert Holz Kaufmann. Am 7. April 1936 heiratete der damals 32-Jährige die sieben Jahre jüngere gebürtige Berlinerin Liselotte Cohn. Die Ehe blieb kinderlos. Mit seiner Frau wohnte er in den 1930er-Jahren in Mahlsdorf in der Hönower Straße 67. Seine Eltern und sein Bruder wohnten gleich um die Ecke in der Treskowstraße. Seine Schwester Alice emigrierte in den 1930er-Jahren nach Palästina.<br />
Seinen letzten Wohnsitz hatte Herbert Holz am Hohenzollerndamm 184 in Wilmersdorf, wo er im Vorderhaus in der dritten Etage wohnte. Von dort wurde er zusammen mit seiner Frau am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Beide wurden ermordet, ihre Todesdaten sind nicht bekannt.<br />
Herbert Holz’ Eltern und sein Bruder Willy wurden wenige Wochen nach ihm von ihrem letzten Wohnsitz in der Rochstraße 1 nach Theresienstadt bzw. Auschwitz deportiert. Sein Vater starb eine Woche nach der Deportation im Ghetto Theresienstadt. Willy Holz wurde kurz vor der Befreiung von Auschwitz ins KZ Buchenwald verschleppt und starb im Frühjahr 1945. Die Mutter Hedwig überlebte und kam im Februar 1945 in die Schweiz. Etwa 1200 zumeist ältere Menschen konnten damals das Ghetto Theresienstadt aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Jean-Marie Musy und Heinrich Himmler verlassen und wurden mit einem Transport nach St. Gallen gebracht. Nach über zwei Jahren in einem Schweizer Internierungslager konnte die inzwischen 69-jährige Hedwig Holz im April 1947 zu ihrer Tochter nach Tel Aviv ausreisen. <br />

Herbert Leo Holz wurde am 1. September 1903 im schlesischen Sagan (heute: Żagań / Polen) geboren. Seine Mutter Hedwig (geb. Korytowski) stammte aus Breslau (Wrocław), wo sie im September 1902 Herberts Vater, den Kaufmann Ernst Siegfried Holz aus Leobschütz (Głubczyce), geheiratet hatte. Als Herbert zwei Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern in den Großraum Berlin, wo sein Vater als Handelsvertreter tätig war. Im Frühjahr 1906 wurde seine Schwester Alice im heutigen Berliner Ortsteil Mariendorf geboren, der damals noch nicht zu Berlin, sondern zum Kreis Teltow gehörte. Im Herbst 1908 kam Herberts Bruder Willy in Boxhagen-Rummelsburg im heutigen Friedrichshain zur Welt.
Wie sein Vater wurde Herbert Holz Kaufmann. Am 7. April 1936 heiratete der damals 32-Jährige die sieben Jahre jüngere gebürtige Berlinerin Liselotte Cohn. Die Ehe blieb kinderlos. Mit seiner Frau wohnte er in den 1930er-Jahren in Mahlsdorf in der Hönower Straße 67. Seine Eltern und sein Bruder wohnten gleich um die Ecke in der Treskowstraße. Seine Schwester Alice emigrierte in den 1930er-Jahren nach Palästina.
Seinen letzten Wohnsitz hatte Herbert Holz am Hohenzollerndamm 184 in Wilmersdorf, wo er im Vorderhaus in der dritten Etage wohnte. Von dort wurde er zusammen mit seiner Frau am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Beide wurden ermordet, ihre Todesdaten sind nicht bekannt.
Herbert Holz’ Eltern und sein Bruder Willy wurden wenige Wochen nach ihm von ihrem letzten Wohnsitz in der Rochstraße 1 nach Theresienstadt bzw. Auschwitz deportiert. Sein Vater starb eine Woche nach der Deportation im Ghetto Theresienstadt. Willy Holz wurde kurz vor der Befreiung von Auschwitz ins KZ Buchenwald verschleppt und starb im Frühjahr 1945. Die Mutter Hedwig überlebte und kam im Februar 1945 in die Schweiz. Etwa 1200 zumeist ältere Menschen konnten damals das Ghetto Theresienstadt aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Jean-Marie Musy und Heinrich Himmler verlassen und wurden mit einem Transport nach St. Gallen gebracht. Nach über zwei Jahren in einem Schweizer Internierungslager konnte die inzwischen 69-jährige Hedwig Holz im April 1947 zu ihrer Tochter nach Tel Aviv ausreisen.