- Verlegeort
- Duisburger Str. 5
- Bezirk/Ortsteil
- Wilmersdorf
- Verlegedatum
-
23. November 2021
- Geboren
- 07. März 1911 in Jeschewo, Kreis Schwetz (Westpreußen) / Jeżewo
- Deportation
- am 02. April 1942 in das Warschauer Ghetto
-
Ermordet
Martin Conitzer erblickte am 7. März 1911 in Jeschewo, im damaligen Kreis Schwetz an der Weichsel in der Provinz Westpreußen, das Licht der Welt. Aufgrund des Versailler Vertrages von 1920 fiel dieses Gebiet der wieder gegründeten Polnischen Republik zu.
Er war ein Neffe von Selma Conitzer geb. Cohn und der jüngere Bruder von Siegbert Conitzer, der am 20. Mai 1906 ebenfalls in Jeschewo geboren wurde.
Wann Martin Conitzer in die große Wohnung zu seiner bereits 1938 verwitweten Tante Meta Cohn und deren Schwester Selma Conitzer in der Duisburger Straße 5 einzog, ist unbekannt. Zur Zeit der Volkszählung im Mai 1939 war er jedenfalls dort gemeldet.
Offenbar hatte er versucht, aus Deutschland zu fliehen, denn in den Akten ist vermerkt, dass er die „Reichsfluchtsteuer“ in Höhe von 25% seines Vermögens gezahlt hatte. Diese ausschließlich von jüdischen potentiellen Emigranten zu zahlende Steuer wurde bereits im Dezember 1931 eingeführt und musste gezahlt werden, wenn man seinen inländischen Wohnsitz aufgab. Falls eine Flucht aufgrund z.B. bürokratischer Hürden oder Aufnahmestopps in anderen Ländern misslang, kam sie einer Teilenteignung gleich.
Dies betraf auch Martin Conitzer, nachdem er sich offenbar aus der Duisburger Straße 5 abgemeldet hatte. Da seine Fluchtpläne scheiterten, wurde er in eine „Ersatzwohnung“ in der Wörthstraße 80 – offenbar ein sog. „Judenhaus“ - in Weißensee eingewiesen. Von dort aus musste er sich in der als Sammelstelle von den Nationalsozialsten missbrauchten Synagoge in der Levetzowstraße 7-8 melden und wurde am 2. April 1942 mit dem sog. „XII. Osttransport“ zusammen mit 658 weiteren jüdischen Berlinerinnen und Berlinern sowie 367 jüdischen Menschen aus dem Regierungsbezirk Frankfurt/Oder in das Warschauer Ghetto deportiert.
Ob er seine Tante Selma Conitzer, die mit demselben Transport deportiert wurde, in der Sammelstelle, auf dem Transport oder im Ghetto Warschau wiedergesehen hat, ist nicht bekannt. Auch das genaue Datum, wann Martin Conitzer ermordet wurde, ist nicht überliefert.
Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber*in verwendet werden.