Hans Koeppler

Verlegeort
Pappelallee 44
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
08. September 2022
Geboren
19. Juli 1881 in Breslau (Schlesien) / Wrocław
Beruf
Wissenschaftler/Mathematiker
Flucht in den Tod
20. Juni 1942 in Berlin

Biografie für Hans Koeppler in der Pappelallee 44

Hans Koeppler

geboren am 19. Juli 1881 in Breslau, Sohn von Alexander und Marie Koeppler. Er hatte eine ältere Schwester Paula. Die Geschwister wuchsen in einer wohlhabenden und

bildungsorientierten Umgebung auf. Ihre Familie war Teil des einflussreichen akkulturierten und reformorientierten Breslauer Judentums. Nach dem Tod des Vaters heiratete die Mutter den Berliner Hypothekenmakler Samuel Koeppler. Familie Koeppler erwarb das neugebaute Mietshaus in der Pappelallee 44 in Berlin-Prenzlauer Berg und zog 1893 dort ein. Ein Jahr zuvor war Hans‘ Halbschwester Charlotte zur Welt gekommen.  

Hans Koeppler studierte Mathematik, sein Spezialgebiet wurde die Statistische Mathematik.

Er publizierte in renommierten Zeitschriften und erarbeitete mathematische Lehrmaterialien. Ab 1933 war er den antisemitischen Maßnahmen der NS-Regierung ausgesetzt, die jüdische Wissenschaftler durch Berufs- und Zutrittsverbote an Hochschulen, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen in die Isolation trieben. 

Das private Leben zerfiel unter dem Druck von Ausgrenzung und Verfolgung: Seine Ehe wurde geschieden, seine Schwester Charlotte Samuel war mit ihrer Familie in Paris, sein Neffe Alexander Nisselowitsch emigrierte nach Großbritannien. In den Jahren nach 1929 hatte Hans in Nassenheide gewohnt, 1939 war er wieder in der Familienwohnung eingezogen. Zusammen mit seiner Schwester Paula Nisselowitsch konnte er noch eine Weile in der Pappelallee bleiben, dann wurden sie von dort vertrieben. Am 20. Juni 1942 starb Hans Koeppler im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding an einer Überdosis Schlafmittel. Auf der Sterbeurkunde wurde Joachimsthaler Str. 33-34 als seine letzte Adresse angegeben.

Zur Geschichte seiner Familie siehe:  http://www.innerstaedtisch-wohnen.de/geschichte.html