Recha Philipp geb. Labisch

Verlegeort
Sybelstr. 62
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
30. April 2013
Geboren
30. Juli 1862
Deportation
am 14. September 1942 nach Theresienstadt
Ermordet
31. Oktober 1942 in Theresienstadt
  • Stolperstein für Recha Philipp

    Stolperstein Recha Philipp© F. Siebold, 2013

Recha Philipp, geb. Labisch, wurde am 30. Juli 1862 in Samter (heute: Szamotuły / Polen) geboren. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Deportation verwitwet und zahlte eine Miete von 39,20 RM.<br />
Gemäß Verfügung von 1. September 1942 (auf der Grundlage des Gesetzes über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens von 14.7.1933) wurde ihr ganzes Vermögen „zugunsten des deutschen Reiches“ eingezogen. Anschließend erfolgte Anfang September 1942 die Evakuierung aus der Sybelstr. 62 und die Einweisung in das Jüdische Altersheim mit Krankenhaus an der Artilleriestraße 31, wo kurzfristig eine Sammelstelle eingerichtet worden war. Dort musste sie am 3. September 1942 eine Vermögenserklärung – ein Formular von 16 Seiten mit mehr als 80 Fragen – ausfüllen und unterschrieb mit zittriger Schrift.<br />
<br />
Am 14. September 1942 erfolgte die von den Nazibehörden als „2. Alterstransport“ gekennzeichnete Deportation nach Theresienstadt, wo sie am 31. Oktober 1942 ums Leben kam. In diesem Zug saß auch die Hausmitbewohnerin Natalie Meyer.<br />
<br />
Das von Recha Philipp zurückgelassene Inventar hatte einen Gesamtwert von 446,00 RM, wie eine Berechnung vom 2. November 1942 ergab. Aus dem Brief des Oberfinanzpräsidenten an die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel vom 26. November 1942: „… Ich bitte nunmehr die Wohnungsliste möglichst beschleunigt aufzustellen und mir sowie einer Händlerfirma je eine Abschrift davon zu übersenden. Die oben aufgeführten Gegenstände (15 und 17) bitte nicht in die Wohnungsliste mitaufzunehmen …“ Bei den erwähnen Positionen handelte es sich um Geschirr Wäsche und Betten. Am 23. März 1943 wurde die Wohnung geräumt, Möbel, Bilder, Hausrat und Kleidung wurden verkauft oder versteigert.<br />

Recha Philipp, geb. Labisch, wurde am 30. Juli 1862 in Samter (heute: Szamotuły / Polen) geboren. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Deportation verwitwet und zahlte eine Miete von 39,20 RM.
Gemäß Verfügung von 1. September 1942 (auf der Grundlage des Gesetzes über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens von 14.7.1933) wurde ihr ganzes Vermögen „zugunsten des deutschen Reiches“ eingezogen. Anschließend erfolgte Anfang September 1942 die Evakuierung aus der Sybelstr. 62 und die Einweisung in das Jüdische Altersheim mit Krankenhaus an der Artilleriestraße 31, wo kurzfristig eine Sammelstelle eingerichtet worden war. Dort musste sie am 3. September 1942 eine Vermögenserklärung – ein Formular von 16 Seiten mit mehr als 80 Fragen – ausfüllen und unterschrieb mit zittriger Schrift.

Am 14. September 1942 erfolgte die von den Nazibehörden als „2. Alterstransport“ gekennzeichnete Deportation nach Theresienstadt, wo sie am 31. Oktober 1942 ums Leben kam. In diesem Zug saß auch die Hausmitbewohnerin Natalie Meyer.

Das von Recha Philipp zurückgelassene Inventar hatte einen Gesamtwert von 446,00 RM, wie eine Berechnung vom 2. November 1942 ergab. Aus dem Brief des Oberfinanzpräsidenten an die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel vom 26. November 1942: „… Ich bitte nunmehr die Wohnungsliste möglichst beschleunigt aufzustellen und mir sowie einer Händlerfirma je eine Abschrift davon zu übersenden. Die oben aufgeführten Gegenstände (15 und 17) bitte nicht in die Wohnungsliste mitaufzunehmen …“ Bei den erwähnen Positionen handelte es sich um Geschirr Wäsche und Betten. Am 23. März 1943 wurde die Wohnung geräumt, Möbel, Bilder, Hausrat und Kleidung wurden verkauft oder versteigert.