Dr. Max Lichtwitz

Verlegeort
Kantstr. 30
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
27. März 3015
Geboren
07. Mai 1902
Beruf
Rechtsanwalt
Deportation
am 09. Dezember 1942 nach Auschwitz
Ermordet
08. Januar 1943 in Auschwitz
  • Stolperstein Max Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
    Stolperstein Max Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

    Stolperstein Max Lichtwitz Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka

  • Max Lichtwitz, ca. 1939 - Foto von Henry Foner
    Max Lichtwitz, ca. 1939 - Foto von Henry Foner

    Max Lichtwitz, ca. 1939 - Foto von Henry Foner

Max Lichtwitz wurde am 7. Mai 1902 als ältester Sohn von Margarete und Ernst Lichtwitz in Berlin geboren. <br />
Er war Rechtsanwalt Dr. jur., durfte aber nach dem Entzug seiner Berufserlaubnis nur noch als „Konsulent“ in Rechtsangelegenheiten für jüdische Klienten tätig werden. Zuletzt war er bei der Jüdischen Kultusvereinigung (JKV) angestellt. Er gehörte zu den 20 Vertretern der Jüdischen Gemeinde, die am 9. November, der Pogromnacht, als Geiseln festgenommen wurden.<br />
Seit 1929 war er in erster Ehe mit Ilse Lichtwitz geb. Badt, Tochter von Albert und Emmy Badt, verheiratet. Sie wurde am 23. April 1905 geboren und beging am 21. August 1937 Selbstmord.<br />
<br />
1939 heiratete er in zweiter Ehe Luise Lichtwitz geb. Goldstein, geboren am 20. August 1896 in Werther bei Halle in Westfalen. <br />
Seit 1933 wohnten Max und Ilse in der Kantstraße 30 im Vorderhaus im 2. Stock links. Die Wohnung bestand aus vier Zimmern mit Küche, Bad, Diele, Kammer, einem Bodenraum und Balkon. Lichtwitz’ zahlten dafür 95 Reichsmark Monatsmiete an den Hauseigentümer Georg Schultz in Weißensee. Dieser hatte das Haus erworben, nachdem es von der Auerbach’schen Erbengemeinschaft 1938 veräußert werden musste.<br />
In der Wohnung lebte später außerdem die Tochter aus der ersten Ehe von Luise Lichtwitz, Ellen Jordan, geboren am 1. Juni 1921 in Berlin. <br />
Der einzige Sohn von Max und Ilse Lichtwitz, Heinz (Albert) Lichtwitz, wurde am 12. Juni 1932 geboren. Ihm wurde am 3. Februar 1939 mit einem Kindertransport nach England zur Flucht verholfen und damit das Leben gerettet. <br />
<br />
Bei der Deutschen Bank hatte Max Lichtwitz nach Auskunft der Stadtzentrale in der Mauerstraße 26-27 einen Kontostand von 651.58 RM und ein Schließfach, das nach der Deportation gewaltsam geöffnet und geleert wurde, „um den Inhalt für das Reich sicher zu stellen“, wie es in einem Vermerk der Oberfinanzdirektion vom 13. März 1943 hieß.<br />
<br />
Die Wohnungseinrichtung war, wie Max und Luise Lichtwitz in ihrer in der Sammelstelle an der Großen Hamburger Straße 26 am 26.Mai 1942 ausgefüllten Vermögenserklärung angaben, unauffällig normal. Immerhin wurde der Wert des Inventars von einem Obergerichtsvollzieher namens Neumann auf 2360,80 RM geschätzt und von der Vermögensverwertungsstelle vereinnahmt. <br />
<br />
Max und Luise Lichtwitz und Ellen Jordan wurden am 9. Dezember 1942 in einem Zug mit 994 Menschen vom Berliner Bahnhof Grunewald ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, von denen 898 in den Gaskammern von Birkenau ermordet worden sind. <br />
<br />
Am 25.10.1951 fragte Heinz Lichtwitz, der sich inzwischen in Henry A. Foner umbenannt hatte, über das United Restitution Office London in Berlin an, welche Vermögenswerte seines Vaters „beschlagnahmt und eingezogen worden“ seien.

Max Lichtwitz wurde am 7. Mai 1902 als ältester Sohn von Margarete und Ernst Lichtwitz in Berlin geboren.
Er war Rechtsanwalt Dr. jur., durfte aber nach dem Entzug seiner Berufserlaubnis nur noch als „Konsulent“ in Rechtsangelegenheiten für jüdische Klienten tätig werden. Zuletzt war er bei der Jüdischen Kultusvereinigung (JKV) angestellt. Er gehörte zu den 20 Vertretern der Jüdischen Gemeinde, die am 9. November, der Pogromnacht, als Geiseln festgenommen wurden.
Seit 1929 war er in erster Ehe mit Ilse Lichtwitz geb. Badt, Tochter von Albert und Emmy Badt, verheiratet. Sie wurde am 23. April 1905 geboren und beging am 21. August 1937 Selbstmord.

1939 heiratete er in zweiter Ehe Luise Lichtwitz geb. Goldstein, geboren am 20. August 1896 in Werther bei Halle in Westfalen.
Seit 1933 wohnten Max und Ilse in der Kantstraße 30 im Vorderhaus im 2. Stock links. Die Wohnung bestand aus vier Zimmern mit Küche, Bad, Diele, Kammer, einem Bodenraum und Balkon. Lichtwitz’ zahlten dafür 95 Reichsmark Monatsmiete an den Hauseigentümer Georg Schultz in Weißensee. Dieser hatte das Haus erworben, nachdem es von der Auerbach’schen Erbengemeinschaft 1938 veräußert werden musste.
In der Wohnung lebte später außerdem die Tochter aus der ersten Ehe von Luise Lichtwitz, Ellen Jordan, geboren am 1. Juni 1921 in Berlin.
Der einzige Sohn von Max und Ilse Lichtwitz, Heinz (Albert) Lichtwitz, wurde am 12. Juni 1932 geboren. Ihm wurde am 3. Februar 1939 mit einem Kindertransport nach England zur Flucht verholfen und damit das Leben gerettet.

Bei der Deutschen Bank hatte Max Lichtwitz nach Auskunft der Stadtzentrale in der Mauerstraße 26-27 einen Kontostand von 651.58 RM und ein Schließfach, das nach der Deportation gewaltsam geöffnet und geleert wurde, „um den Inhalt für das Reich sicher zu stellen“, wie es in einem Vermerk der Oberfinanzdirektion vom 13. März 1943 hieß.

Die Wohnungseinrichtung war, wie Max und Luise Lichtwitz in ihrer in der Sammelstelle an der Großen Hamburger Straße 26 am 26.Mai 1942 ausgefüllten Vermögenserklärung angaben, unauffällig normal. Immerhin wurde der Wert des Inventars von einem Obergerichtsvollzieher namens Neumann auf 2360,80 RM geschätzt und von der Vermögensverwertungsstelle vereinnahmt.

Max und Luise Lichtwitz und Ellen Jordan wurden am 9. Dezember 1942 in einem Zug mit 994 Menschen vom Berliner Bahnhof Grunewald ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, von denen 898 in den Gaskammern von Birkenau ermordet worden sind.

Am 25.10.1951 fragte Heinz Lichtwitz, der sich inzwischen in Henry A. Foner umbenannt hatte, über das United Restitution Office London in Berlin an, welche Vermögenswerte seines Vaters „beschlagnahmt und eingezogen worden“ seien.