Laja Pomeranz wurde am 24. Februar 1878 in Jaskowicz, Galizien (das historische Galizien umfasst heute das südliche Polen und den Westen der Ukraine) geboren. Sie heiratete um 1896 den Schneider Juda Leib Katz.
Im Oktober 1897 wurde ihr erstes Kind Mincza in Galizien, das damals zur österreich-ungarischen Doppelmonarchie gehörte, geboren. Im November 1899 folgte die Tochter Keila.
Um 1900 siedelte die junge Familie dann nach Berlin über, denn der im Juli 1902 geborene Sohn Abraham kam bereits im Berliner Scheunenviertel, in der Mulackstraße, zur Welt. Im Oktober 1906 folgte die Tochter Frieda. Zu diesem Zeitpunkt wohnte die Familie Katz in der Linienstraße 219.
Um 1915 muss Juda Leib Katz verstorben sein, denn als die 19-jährige Mincza im August 1916 den Tischler David Neutuch heiratete, war der Vater bereits tot. Die Familie wohnte damals in der Ackerstraße in Berlin-Mitte.
Die 38-jährige Witwe Laja musste nun ihre restliche Familie allein durchbringen. Sie zog 1918 mit ihren Kindern in die Kastanienallee 73 in Prenzlauer Berg und betrieb dort eine Möbelhandlung.
Der Schwiegersohn David Neutuch betrieb seit 1920 in der Griebenowstraße, also „um die Ecke“, ebenfalls eine Möbelhandlung.
1923 ließ sich Laja Katz im Berliner Adressbuch als „deutsche“ Helene Katz eintragen. Unter diesem Namen wurde sie in den Berliner Adressbüchern bis zum Jahrgang 1932 unter der Adresse Kastanienallee 73 genannt. Seit 1933 firmierte die Firma Katz & Trattner Möbelhandlung in der Kastanienallee 74. Helene hatte ihr Geschäft mit dem Schwiegersohn zusammengelegt und war ins Nebenhaus gezogen.
Im Zuge der antisemitischen Maßnahmen in Deutschland musste das Familienunternehmen 1938 schließen.
Helene und Frieda wohnten bis August 1942 in der Kastanienallee 74. Beide wurden im Mai 1939 in der Volkszählung unter dieser Anschrift erfasst.
Am 15. August 1942 wurden Laja und Frieda Katz mit dem „18. Osttransport“ nach Riga deportiert und am 18. August 1942 in den Wäldern von Rumbula, einem Stadtteil Rigas, in einer Massenerschießung ermordet.
Die Tochter Mincza und der Sohn Abraham haben den Holocaust überlebt, denn sie stellten 1959 aus Israel Wiedergutmachungsanträge bei den westdeutschen Behörden. Lajas Tochter Keila und ihr Mann Majer Trattner sowie ihre beiden Enkelkinder Leo und Margot überlebten den Holocaust nicht.
Für Laja und Frieda Katz wurden in der Kastanienallee 74 auf Initiative des Eigentümers Stolpersteine verlegt.
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