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Herbert Gollnow

Stolperstein für Herbert Gollnow © OTFW
Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amts
LOCATION
Wilhelmstr. 92

DISTRICT
Mitte – Mitte
STONE WAS LAID
11/09/2021

BORN
07/13/1911 in Berlin
OCCUPATION
Reichsbahninspektor
VERHAFTET
on the 19th of October 1942 in Berlin
EXCECUTED
02/12/1943 in Berlin-Tegel

Herbert Gollnow wird am 13. Juli 1911 in Berlin als einziger Sohn des Musikers Reinhold Gollnow und seiner Ehefrau Else geboren. Er besucht in Berlin die Fichte-Realschule und die Oberrealschule und macht Ostern 1931 sein Abitur. Anschließend beginnt er bei der Reichsbahn zu arbeiten, wird am 1. August 1938 Reichsbahninspektor und wechselt im gleichen Jahr ins Auswärtige Amt. Gollnow, der 1936 in die NSDAP eintritt, nimmt zur Vorbereitung auf die höhere Beamtenlaufbahn bei Mildred Harnack Englischunterricht und studiert ab April 1939 nebenberuflich an der Deutschen Hochschule für Politik. Im August 1939 wird Gollnow zum Konsulatssekretär ernannt, außerdem ist er seit dem 1. April 1939 Leutnant d. R. der Luftwaffe. Im Juni 1940 wird er als Lehrer für Flugzeugtypenkunde an die Kampffliegerschule nach Tutow einberufen, nimmt an einem Fallschirmjäger-Lehrgang teil und wird im Sommer 1941 zum Oberleutnant befördert. Angeregt durch Arvid Harnack setzt Herbert Gollnow sein Studium an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät fort. Durch Vermittlung von Harro Schulze-Boysen wird er im Oktober 1941 zum Amt Ausland/Abwehr II im Oberkommando der Wehrmacht nach Berlin kommandiert. In dieser Zeit betreibt er gemeinsam mit Arvid Harnack intensive ökonomische Studien und diskutiert mit ihm die aktuelle politische und militärische Lage. Gollnows Kenntnisse werden auch zur Information sowjetischer Stellen genutzt. Als die Gestapo-Sonderkommission „Rote Kapelle“ gegen die Widerstandsgruppe ermittelt, wird Herbert Gollnow am 19. Oktober 1942 verhaftet, am 19. Dezember 1942 vom 2. Senat des Reichskriegsgerichts zum Tode verurteilt und am 12. Februar 1943 auf dem Schießplatz in Berlin-Tegel erschossen.


Biographical Compilation

© Gedenkstätte Deutscher Widerstand