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Dr. Bruno Hahn

Stolperstein für Bruno Hahn © OTFW
VERLEGEORT
Wilhelmstr. 92

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
09.11.2021

GEBOREN
24.08.1881 in Rauge / Rõuge
BERUF
Jurist
ÜBERLEBT

Bruno Hahn wurde am 24. August 1881 in Rauge/Livland (heute Rõuge/Estland) als Sohn des lutherischen Pastors Traugott Hahn und dessen Frau Rosalie, geb. Paling, geboren. Er besuchte die Gymnasialabteilung von deutsch-evangelischen Schulen in St. Petersburg und machte dort im Juni 1900 sein Abitur. Von 1900 bis 1911 studierte er in Tartu, Greifswald, Leipzig und Freiburg die Fächer Theologie, Geschichte und Volkswirtschaft. Hahn absolvierte 1907 sein russisches Staatsexamen in Theologie und promovierte Anfang des Jahres 1911 zum Doktor der Philosophie. Im Juli desselben Jahres heiratete er Elisabeth Silverberg, mit der er am 15. Mai 1914 die Tochter Dorothea bekam. In dieser Zeit arbeitete er als Lehrer für Geschichte an der Petri-Pauli-Schule in Moskau, während er über die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Russland forschte und auf diesen Gebieten zahlreiche Artikel veröffentlichte.

Ein erstes Engagement im Auswärtigen Amt als Russisch-Lektor im Pressereferat konnte er 1914 wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs nicht antreten. Nach Ableistung des Kriegsdienstes war Hahn dann jedoch vom 1. August 1919 an im Auswärtigen Amt tätig. Er arbeitete unter anderem in der diplomatischen Vertretung für Litauen und als Leiter des Konsulats in Hongkong.

Er wurde von den Nationalsozialisten zwangsweise in den einstweiligen Ruhestand versetzt, da seine Ehefrau jüdische Vorfahren hatte. Ihr Vater Adolf Silverberg (geb. 1845 in Goch; gest. 1903 in Köln) war ein Industrieller, der zur Entwicklung der modernen Braunkohleindustrie im Rheinland beigetragen hatte. Am 23. März 1934 wurde Hahn dann endgültig in den Ruhestand versetzt. Später arbeitete er noch bei der Allianz Versicherungs-AG in Berlin, bevor er im Dezember 1938 in die Schweiz emigrierte. Er starb am 25. April 1959 in Küssnacht.


Biografische Zusammenstellung

Arbeitsgruppe Stolpersteine im Auswärtigen Amt

Weitere Quellen

Personalakten im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts; Wikipedia