Dr. Friedrich Leyden

Verlegeort
Wilhelmstr. 92
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
09. November 2021
Geboren
03. März 1891 in Freiburg im Breisgau
Beruf
Geograph
Verhaftet
in Westerbork
Deportation
am 22. April 1943 nach Theresienstadt
Ermordet
30. Januar 1944 in Theresienstadt

Friedrich Leyden wurde am 3. März 1891 in Freiburg als Friedrich Levy geboren. Im März 1922 wurde seine Namensänderung zu Friedrich Leyden wirksam. Seine Eltern waren der Professor der Philologie Dr. Emil Levy und die gebürtige Niederländerin Rosette Leyden, geb. van Praag. Friedrich Leyden besuchte das Bertholdgymnasium und legte im Frühjahr 1920 sein Abitur ab. Von 1909 bis 1913 studierte er Geographie in Freiburg, Berlin und München, wo er 1913 zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Er zog eine wissenschaftliche Karriere in Betracht, jedoch wurde ihm der Zugang zur Habilitation aus antisemitischen Gründen verwehrt. Leyden leistete von Februar 1915 bis November 1918 Kriegsdienst. Anschließend ging er bis 1921 einer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Freiburg nach, bis er am 21. März 1922 in den Auswärtigen Dienst eintrat. <br />
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Zunächst war er im Auswärtigen Amt in der Abteilung Osteuropa und Skandinavien, dann in der Kulturabteilung eingesetzt. Nach Ablegung seiner diplomatisch-konsularischen Prüfung am 14. Dezember 1923 arbeitete er erneut in der Abteilung für Osteuropa und Skandinavien, dann zu Ostasien und im Generalkonsulat in Neapel. Im September 1925 heiratete er Ilse Müssigbrodt. <br />
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Am 29. Mai 1933 wurde er von den Nationalsozialisten zwangsweise in den einstweiligen, am 1. August 1938 in den endgültigen Ruhestand versetzt, da er konvertierter Protestant war und aus einer jüdischen Familie stammte. Kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten floh Friedrich Leyden in die Niederlande, wo er als Geograph forschte und in niederländischer Sprache publizierte. Mit der deutschen Besetzung der Niederlande 1940 wurde Leyden auch hier verfolgt. Im Januar 1942 deportierten die Nazis ihn ins Konzentrationslager Theresienstadt, wo er am 30. Januar 1944 ermordet wurde.

Friedrich Leyden wurde am 3. März 1891 in Freiburg als Friedrich Levy geboren. Im März 1922 wurde seine Namensänderung zu Friedrich Leyden wirksam. Seine Eltern waren der Professor der Philologie Dr. Emil Levy und die gebürtige Niederländerin Rosette Leyden, geb. van Praag. Friedrich Leyden besuchte das Bertholdgymnasium und legte im Frühjahr 1920 sein Abitur ab. Von 1909 bis 1913 studierte er Geographie in Freiburg, Berlin und München, wo er 1913 zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. Er zog eine wissenschaftliche Karriere in Betracht, jedoch wurde ihm der Zugang zur Habilitation aus antisemitischen Gründen verwehrt. Leyden leistete von Februar 1915 bis November 1918 Kriegsdienst. Anschließend ging er bis 1921 einer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Freiburg nach, bis er am 21. März 1922 in den Auswärtigen Dienst eintrat.

Zunächst war er im Auswärtigen Amt in der Abteilung Osteuropa und Skandinavien, dann in der Kulturabteilung eingesetzt. Nach Ablegung seiner diplomatisch-konsularischen Prüfung am 14. Dezember 1923 arbeitete er erneut in der Abteilung für Osteuropa und Skandinavien, dann zu Ostasien und im Generalkonsulat in Neapel. Im September 1925 heiratete er Ilse Müssigbrodt.

Am 29. Mai 1933 wurde er von den Nationalsozialisten zwangsweise in den einstweiligen, am 1. August 1938 in den endgültigen Ruhestand versetzt, da er konvertierter Protestant war und aus einer jüdischen Familie stammte. Kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten floh Friedrich Leyden in die Niederlande, wo er als Geograph forschte und in niederländischer Sprache publizierte. Mit der deutschen Besetzung der Niederlande 1940 wurde Leyden auch hier verfolgt. Im Januar 1942 deportierten die Nazis ihn ins Konzentrationslager Theresienstadt, wo er am 30. Januar 1944 ermordet wurde.