Dr. Georg Rosen

Verlegeort
Wilhelmstr. 92
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
09. November 2021
Geboren
14. September 1895
Beruf
Jurist
Überlebt
  • Stolperstein für Georg Rosen © OTFW
    Stolperstein für Georg Rosen © OTFW

    Stolperstein für Georg Rosen © OTFW

  • Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amts
    Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amts

    Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amts

Georg Rosen wurde am 14. September 1895 in Schimran in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran geboren. Seine Eltern waren der Diplomat und Reichsminister des Auswärtigen Friedrich Rosen und Nina Rosen, geb. Roche de la Beaume. Er genoss seine Schulbildung unter anderem am Wilhelms-Gymnasium in Berlin und legte im Februar 1913 sein Abitur ab. Anschließend studierte er in München und als Rhodes-Stipendiat in Oxford Jura und Volkswirtschaft. Im Ersten Weltkrieg leistete er von März 1917 bis November 1918 Militärdienst. Am 12. Mai 1921 wurde er zum Dr. jur. promoviert und nur neun Tage später in den Auswärtigen Dienst berufen. <br />
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Nach Ablegung seiner diplomatisch-konsularischen Prüfung im Mai 1923 arbeitete er für das Auswärtige Amt unter anderem am Generalkonsulat in New York, an der Gesandtschaft in Peking sowie an der Botschaft in Nanjing. Dort wurde Rosen Zeuge der Massaker nach der Besetzung Nanjings durch japanische Truppen am 13. Dezember 1937. Kriegsverbrecherprozesse in Japan stellten nach dem Krieg fest, dass dabei mindestens 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und rund 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden. Rosen setzte sich gegenüber der japanischen Armee für die Errichtung von Schutzzonen für die chinesische Zivilbevölkerung ein. Schätzungen zufolge leistete er damit einen Beitrag zur Rettung des Lebens von mehr als 200.000 Menschen. Der Film John Rabe des deutschen Regisseurs Florian Gallenberger aus dem Jahr 2009 beleuchtet umfassend die Rolle Rosens bei der humanitären Rettung der Zivilbevölkerung.<br />
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Am 21. Juli 1938 wurde Georg Rosen von den Nationalsozialisten zwangsweise in den einstweiligen Ruhestand versetzt, da er jüdische Vorfahren hatte und als Oppositioneller galt. Kurz darauf flüchtete Rosen nach London, wo er als Deutscher von Juni bis September 1940 interniert wurde. Anschließend emigrierte er in die USA, wo er von 1942 bis 1949 als Dozent für moderne Sprache tätig war. Ende Juni 1949 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete zunächst als Übersetzer beim Klöckner-Konzern. Am 25. Mai 1950 trat Rosen erneut in den Auswärtigen Dienst ein, wo er am Generalkonsulat in London, als Leiter des Referats Ozeanien und Australien sowie als Botschafter in Montevideo wirkte. Am 22. August 1960 trat Georg Rosen in Ruhestand. Er starb am 22. Juli 1961 in Göggingen.

Georg Rosen wurde am 14. September 1895 in Schimran in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran geboren. Seine Eltern waren der Diplomat und Reichsminister des Auswärtigen Friedrich Rosen und Nina Rosen, geb. Roche de la Beaume. Er genoss seine Schulbildung unter anderem am Wilhelms-Gymnasium in Berlin und legte im Februar 1913 sein Abitur ab. Anschließend studierte er in München und als Rhodes-Stipendiat in Oxford Jura und Volkswirtschaft. Im Ersten Weltkrieg leistete er von März 1917 bis November 1918 Militärdienst. Am 12. Mai 1921 wurde er zum Dr. jur. promoviert und nur neun Tage später in den Auswärtigen Dienst berufen.

Nach Ablegung seiner diplomatisch-konsularischen Prüfung im Mai 1923 arbeitete er für das Auswärtige Amt unter anderem am Generalkonsulat in New York, an der Gesandtschaft in Peking sowie an der Botschaft in Nanjing. Dort wurde Rosen Zeuge der Massaker nach der Besetzung Nanjings durch japanische Truppen am 13. Dezember 1937. Kriegsverbrecherprozesse in Japan stellten nach dem Krieg fest, dass dabei mindestens 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und rund 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden. Rosen setzte sich gegenüber der japanischen Armee für die Errichtung von Schutzzonen für die chinesische Zivilbevölkerung ein. Schätzungen zufolge leistete er damit einen Beitrag zur Rettung des Lebens von mehr als 200.000 Menschen. Der Film John Rabe des deutschen Regisseurs Florian Gallenberger aus dem Jahr 2009 beleuchtet umfassend die Rolle Rosens bei der humanitären Rettung der Zivilbevölkerung.

Am 21. Juli 1938 wurde Georg Rosen von den Nationalsozialisten zwangsweise in den einstweiligen Ruhestand versetzt, da er jüdische Vorfahren hatte und als Oppositioneller galt. Kurz darauf flüchtete Rosen nach London, wo er als Deutscher von Juni bis September 1940 interniert wurde. Anschließend emigrierte er in die USA, wo er von 1942 bis 1949 als Dozent für moderne Sprache tätig war. Ende Juni 1949 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete zunächst als Übersetzer beim Klöckner-Konzern. Am 25. Mai 1950 trat Rosen erneut in den Auswärtigen Dienst ein, wo er am Generalkonsulat in London, als Leiter des Referats Ozeanien und Australien sowie als Botschafter in Montevideo wirkte. Am 22. August 1960 trat Georg Rosen in Ruhestand. Er starb am 22. Juli 1961 in Göggingen.